Žestov

Naturdenkmal

Katastralgebiet : Slavkov bei Èeský Krumlov, Žestov

Fläche : 3,49 ha
Höhe über dem Meeresspiegel : 718 - 758 m
Erklärt : 1990

Das Schutzgebiet besteht aus einem Wald am nordöstlichen Hang der Kote 762 m, 0,7 km ostsüdöstlich von der Ortschaft Žestov, 1,5 km nordwestlich von der Gemeinde Slavkov entfernt. Der Grund für den Schutz sind ein Rest des Schuttmischwaldes auf dem Kalkstein- und Silikatuntergrund sowie Gesellschaften feuchter schattiger Karbonatfelsen mit Vorkommen der phytogeografisch bedeutenden Pflanzenarten und bedeutenden Weichtiere.

Die Lokalität besteht aus einem geomorphologisch auffallend markanten Hügel, den kristallinische Kalksteine im Kontakt mit Silikatgesteinen der bunten Serie des Kristallinikums bilden. Nordöstliche Hänge des Hügels tragen markante Spuren der Modellierung durch Frostverwitterung im rauen, schwankenden Klima am Ende der letzten Eiszeit. Es sind hier sowohl steile Felswände, an geeigneten Stellen mit einer typischen Vegetation, insbesondere mit Moosen und Farnen bewachsen, als auch ziemlich mächtiger Schutt am Fuß der Felsgebilde entwickelt.

Žestov, Naturdenkmal

Der Gesteinsuntergrund der Anhöhe besteht aus biotitischem und sillimanit-biotitischem Paragneis mit langgestreckten Einlagerungen des kristallinischen Kalksteins nordwestlich - südöstlicher Richtung (Moldanubikum, Krumauer bunte Serie), die einen morphologisch markanten, bis 8 m hohen nach Nordosten orientierten Felsburg mit Schutt unter dem Hang bildet.

Der bedeutendste Teil des Schutzgebietes ist der Rest eines natürlichen Schuttwaldes (Tilio-Acerion), in dessen Baumschicht sich die Rotbuche (Fagus sylvatica) durchsetzt, häufig sind die Edel-Tanne (Abies alba) und Gemeine Fichte (Picea abies) beigemischt und zerstreut sind die Sommer-Linde (Tilia platyphyllos), der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) und die Hänge-Birke (Betula pendula). In der reich entwickelten Strauchschicht dominiert die Gemeine Hasel (Corylus avellana) und es kommen hier der Rote Holunder (Sambucus racemosa), die Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra), Rote Heckenkirsche (L. xylosteum) und der Gewöhnliche Seidelbast (Daphne mezereum) vor. Die Artenzusammensetzung des floristisch bunten Krautbestands inkliniert teilweise zu Eichen-Hagebuchengehölzen. Meistens überwiegt darin das Ausdauernde Bingelkraut (Mercurialis perennis) und unter anderem wachsen hier das Moschuskraut (Adoxa moschatellina), der Hohle Lerchensporn (Corydalis cava), das Christophskraut (Actaea spicata), die Knollige Wallwurz (Symphytum tuberosum), das Leberblümchen (Hepatica nobilis), Nickendes Perlgras (Melica nutans), Geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), die Finger-Segge (Carex digitata), Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum), Türkenbund-Lilie (Lilium martagon), Berg-Goldnessel (Galeobdolon montanum), Wald-Wicke (Vicia sylvatica), der Glanz-Kerbel (Anthriscus nitida). An der Felswand sind verarmte Gesellschaften schattiger und feuchter basischer Felsen (Cystopteridion) entwickelt, mit dem Vorkommen des Gewöhnlichen Tüpfelfarns (Polypodium vulgare), Zerbrechlichen Blasenfarns (Cystopteris fragilis), der Mauerraute (Asplenium ruta-mururia), Braunen Streifenfarns (A. trichomanes) und Nordischen Streifenfarns (A. septentrionale). Auf den Lichtungen und am Rande des Waldbestands befinden sich reiche Saumgesellschaften der Artengruppe Trifolion medii und verarmte untypische Fragmente der Gras-Kraut-Gesellschaften der Artengruppe Bromion erecti mit Übergängen zu azidophilen Kurzhalmbeständen der Artengruppe Violion caninae, in denen z. B. die Fiederzwenke (Brachypodium pinnatum), der Genfer Günsel (Ajuga genevensis), der Weichhaarige Wiesenhafer (Helictotrichon pubescens), die Berg-Segge (Carex montana), Trommsdorffia maculata, der Mittlere Klee (Trifolium medium), die Gewöhnliche Pechnelke (Steris viscaria), das Große Zweiblatt (Listera ovata), die Weiße Waldhyazinthe (Platanthera bifolia), das Gewöhnliche Katzenpfötchen (Antennaria dioica), die Arnika (Arnica montana) wachsen.

In der Lokalität wird das Vorkommen einer reichen Gesellschaft von 26 Schneckenarten (zum Beispiel Glatte Nadelschnecke Acicula polita und Alpenwindelschnecke Vertigo alpestris, woanders im Böhmerwaldgebiet selten) berichtet. Die Angaben sind über 25 Jahre alt und der gegenwärtige Stand wäre zu überprüfen. Unter den Käfern dieser Lokalität gibt es einige interessante wärmeliebende Arten, zum Beispiel Weidenbock Oberea erythrocephala und Igelkäfer Hispa atra.
L: Ložek 1974

Bibliografie :
Kuèera 1970, Kuèera et Urban 1976, Ložek 1974

Weitere Informationen :
Charakteristik der natürlichen Verhältnisse in der Region Èeský Krumlov
Nationalnaturreservationen der Region Èeský Krumlov
Nationalnaturdenkmäler der Region Èeský Krumlov
Naturdenkmäler der Region Èeský Krumlov
Naturreservationen der Region Èeský Krumlov
Naturparks
Kleinflächige Schutzgebiete
Gebietsnaturschutz in der Region Èeský Krumlov

 

 

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