Plánièský-Teich

Naturreservat

Katastralgebiet : Èerná v Pošumaví, Svìtlík

Fläche : 15,17 ha.
Höhe über dem Meeresspiegel : 750 – 757 m
Erklärt : 1996

Plánièský-Teich, Naturreservat

Das Schutzgebiet besteht aus dem Plánièský-Teich (genannt auch Großer Ziegenteich) und dem anliegenden Kleinen Ziegenteich (Malý Kozí rybník), die im oberen Teil des Tals des Lukavický-Bachs, 1,5 km östlich von der Gemeinde Plánièka, 3,5 km ostsüdöstlich von der Gemeinde Èerná v Pošumaví entfernt liegen.

Plánièský-Teich, Naturreservat

Der Plánièský-Teich ist ein kleinerer, relativ tiefer Durchlaufteich, der in einem natürlichen Talkessel am Zusammenfluss dreier Quellbäche liegt, und in Richtung Süden vom Lukavický-Bach in den Lipno-Stausee entwässert wird. Der nördliche und nordwestliche Zufluss fließen aus einem Gebiet mit häufigem Vorkommen von Einlagerungen kristallinischer Kalksteine in der Umgebung von Muckov zu. Der hohe Teichdamm (ca. 5 m) ist etwa 300 m lang. Das südöstliche Ufer fällt verhältnismäßig steil in den Teich ab, die übrigen Ufer sind sanfter, das nordwestliche Ufer bildet ein relativ flacher Zufluss, einige Meter über dessen Niveau liegt ein kleiner, an drei Seiten mit Dämmen versehener Teich.

Der Plánièský-Teich wird zur extensiven Fischzucht genutzt. Er wird vor allem mit einjährigen Karpfen, Schleien und Maränen besetzt.

Plánièský-Teich, Naturreservat

Dank der Tiefe und der langfristigen extensiven Bewirtschaftung kam es zur Entwicklung und Stabilisierung wertvoller Wasser- und Sumpfpflanzengesellschaften.

Plánièský-Teich, Naturreservat

In der Mitte der 80er Jahre wurde der Westteil des Teichs jedoch verhältnismäßig schnell ausgeräumt und so wurde die reiche Litoralvegetation liquidiert, die allmählich diesen Teil des Teichs verlandete. Das ausgehobene Material wurde zu drei mächtigen Deponien aufgeschüttet, die parallel mit dem nordwestlichen Teichufer laufen und auf denen sich unerwünschte starke Ruderalvegetation mit einem Übergewicht der Brennnessel bildete.

Plánièský-Teich, Naturreservat

Plánièský-Teich, Naturreservat Nach der Entschlammung blieben nur schmale Säume litoraler Rohrgewächse (Scirpetum lacustris, Typhetum latifoliae, Sparganietum erecti) erhalten, ursprüngliche ausgedehnte Bestände des Teich-Schachtelhalms (Equisetetum fluviatilis) verschwanden jedoch fast, völlig vernichtet wurden die Bestände der Draht-Segge (Caricetum diandrae) im nordwestlichen Teil des Teichzuflusses und erhalten blieben nur Fragmente der geläufigeren Pflanzengesellschaft mit der Schnabel-Segge (Caricetum rostratae). In tieferen Teilen des Teichs überleben bisher wertvolle Gesellschaften schwebender Wassermakrophyten der Artengruppe Nymphaeion albae. Es befinden sich hier verstreute Bestände der Glänzenden Seerose (Nymphaea candida) in der Assoziation Potamo natantis-Nymphaeetum candidae und im nordwestlichen Teil des Teichs ist das Vorkommen der Kleinen Teichrose (Nuphar pumila) in der charakteristisch entwickelten Gesellschaft Nupharetum pumilae konzentriert. Im Uferbereich kommt lokal auch die Schlangenwurz (Calla palustris) vor, in den Gesellschaften der untertauchten großblättrigen Laichkräuter (Magnopotamion) wachsen das Glänzende (Potamogeton lucens) und Krause Laichkraut (P. crispus), in verstreuten Beständen der schmalblättrigen Laichkräuter (Parvopotamion) wachsen das Stumpfblättrige (P. obtusifolius) und selten auch Spitzblättrige Laichkraut (P. acutifolius). Entlang des nordwestlichen Zuflusses ist ein kleinerer Bestand der Bach-Erle (Arunco-Alnetum glutinosae) mit Übergängen zum Fichten-Erlenwald (Piceo-Alnetum) entwickelt. Im oberen kleinen Teich im nordwestlichen Teil des Gebietes blieben Gesellschaften der schwebenden Pflanzen seichter stehender Gewässer (Batrachion aquatilis) mit dem Vorkommen des Wasserhahnenfußes (Batrachium aquatile) erhalten. Ins Schutzgebiet ist auch die natürliche mesophyte Wiese am nordöstlichen Teichufer mit einem Mosaik der Gesellschaften der Artengruppen Polygono-Trisetion und Molinion einbezogen, in denen z. B. Krauses Greiskraut (Tephroseris crispa), Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum), Verschiedenblättrige Kratzdistel (Cirsium helenioides), Schlangen-Knöterich (Bistorta major), Pfeifengras (Molinia caerulea), Gewöhnlicher Teufelsabbiss (Succisa pratensis), Schatten-Segge (Carex umbrosa) wachsen.

Plánièský-Teich, Naturreservat

Vom Gesichtspunkt der Fauna aus ist das Vorkommen der ziemlich seltenen Gastameise Formicoxenus nitidulus in den Nestern der Roten Waldameise (Formica rufa) interessant. Es leben hier weniger geläufige Wasserplattläuse – der Zwergbachläufer Microvelia reticulata und Gewöhnliche Teichläufer Hydrometra gracilenta. Ein bedeutendes Element der Fauna der Zweiflügler ist die verhältnismäßig auffällige Spiniphora maculata. Im Reservat vermehren sich die Erdkröte (Bufo bufo) und der Bergmolch (Triturus alpestris). Es nisten hier geläufige Wasservögel, z. B. Stockente (Anas platyrhynchos) und Reiherente (Aythya fuligula).

Plánièský-Teich, Naturreservat

Die Lokalität ist der höchstgelegene Ort mit dem Vorkommen der Vermehrung des Wasserfrosches (Rana esculenta synklepton) in der Tschechischen Republik, sehr wahrscheinlich ist auch die Vermehrung der Erdkröte (Bufo bufo) und des Grasfrosches (Rana temporaria). Es wurde auch das Herbstvorkommen des Eisvogels (Alcedo atthis) festgestellt.

Bibliografie :
Chán 1999, Soukupová et al. 1984

Weitere Informationen :
Charakteristik der natürlichen Verhältnisse in der Region Èeský Krumlov
Nationalnaturreservationen der Region Èeský Krumlov
Nationalnaturdenkmäler der Region Èeský Krumlov
Naturdenkmäler der Region Èeský Krumlov
Naturreservationen der Region Èeský Krumlov
Naturparks
Kleinflächige Schutzgebiete
Gebietsnaturschutz in der Region Èeský Krumlov

 

 

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