Nationalpark und Naturschutzgebiet Šumava (Böhmerwald), Logo  Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava

 

Verwaltung des Gebiets:
Verwaltung des Nationalparks und des Landschaftsschutzgebietes Šumava ist das ordentliche Mitglied der Föderation von National- und Naturparks Europas FNNPE, EUROPARC

Adresse :
Správa Národního parku a Chránìné krajinné oblasti Šumava
1. máje 260
385 01 Vimperk

 Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava (Böhmerwald), Torfmoor, foto:  Lubor Mrázek
Telefon :
+420 388 416 298

Fax :
+420 388 413 019

 

E - mail :
dvorakl@npsumava.cz
vimperk@npsumava.cz

Filiale in der Region Èeský Krumlov :

Adresse :
Verwaltung des Nationalparks und des Landschaftsschutzgebiets Šumava in Vimperk
Jiráskova 150
382 26 Horní Planá

Lage
Der Nationalpark und das Landschaftsschutzgebiet Šumava liegen an der südwestlichen Grenze der Tschechischen Republik mit der Bundesrepublik Deutschland und Österreich. Das Territorium des Nationalparks dehnt sich über drei Bezirke aus : Èeský Krumlov, Prachatice, Klatovy.

Ausmaß
Der Nationalpark bildet gemeinsam mit dem Landschaftsschutzgebiet Šumava ein biosphärisches Reservat, dessen Gesamtausmaß ca 167 000 ha beträgt. Davon nimmt der Nationalpark 69 030 ha ein, das Gebiet mit dem Statut des Landschaftsschutzgebietes bildet den Rest - das bedeutet ca 97 970 ha und umgrenzt die Fläche des Nationalparks von Nordwesten, Norden und Osten, womit er die Funktion seiner Schutzzone erfüllt.

Seehöhe
zwischen 600 - 1378 Metern ü.M.

Klima
Das gesamte Gebiet des biosphärischen Reservats ist beträchtlich ausgedehnt, deshalb kommen hier verschiedene Klimatyps vor. In Abhängigkeit von den Seehöhen finden wir hier ein mäßigeres feuchtes Klima - namentlich im Tal des Flusses Vltava, und ein feucht kühles Klima.

Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava (Böhmerwald), ein nebliger Herbsttag   Šumava (Böhmerwald) - Lipno-Stausee im Winter

Das Gebiet ist reich an Niederschlägen, besonders an Schnee, der reichlich in den bergigen Lagen (800 - 1600 Milimeter der Niederschläge im Jahr) vorkommt. Die durchschnittliche Jahrestemperatur bewegt sich zwischen 6,5 - 3,5 °C. Die durchschnittliche Temperatur im Juli bewegt sich zwischen 12 - 15 °C. Im Winter gibt es oft starken Frost.

 

 Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava (Böhmerwald), Medvìdí stezka (Bärensteig) - Gebilde genannt  Kapelle (Überbleibsel der Gletschertätigkeit), foto:  Lubor Mrázek
Orographie und Geologie
Šumava ist eines der ältesten Gebirge in Europa und wird von Gesteinen hauptsächlich urgebirglichen und paläozoischen Alters, Graniten (Prášily, Tøístolièník, Knížecí stolec), Gneisen (Boubín) und Glimmerschiefern (Ostrý) gebildet. Einen großen Teil des Gebiets Šumava nimmt das zentrale moldanubische Massiv ein. Das Gebirge Šumava entstand bei der alpinischen Furchung im Tertiär durch das Heben und Brechen des alten Massivs. Es ist ein bewaldetes etwa 140 km langes Gebirge (zu dem auch ein ausgedehntes Vorgebirge gehört) mit abgerundeten Terrainformen und ausgedehnten Gebirgsplateaus (Plánì im Gebiet von Kvilda und im Gebiet von Vydra und Køemelná - ca 1 000 - 1 100 m ü. M. ). Vom Plateau Plánì laufen in nordwestliche und südöstliche Richtung Gebirgskämme aus. Im zentralen Teil befinden sich emporragende Gipfel und tief auserodierte Täler der Wasserläufe. Zu den bedeutendsten Gebirgen gehören: Plechý (der höchste Berg der tschechischen Seite von Šumava - 1378m Seehöhe), Tøístolièník, Smrèina (1337 Meter), Knížecí Stolec (1225 Meter), Boubín (1361 Meter) und Špièák (1221 Meter). Attraktiv sind die Überreste der Tätigkeit der Gletscher in Form von Felsengebilden, Steinmeeren, Gletscherseen, die die einzigen Erscheinungen dieses Typs in der Tschechischen Republik sind.

Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava (Böhmerwald), das sog. steinerne Meer (Überbleibsel der Gletschertätigkeit), foto:  Lubor Mrázek

Boden
erheblich überwiegen hier braune Böden. Vom Gesichtspunkt der Bodenarten aus überwiegen leichtere lehmigsandige Böden.

Wasserverhältnisse
Das Gebirge Šumava bildet die europäische Wasserscheide zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer. Es wird durch die erhöhte natürliche Wasserakkumulation - die Quellgebiete, Torfmoore, Quelle der Ergänzung der unterirdischen Wässer- charakterisiert. Die Qualität des Tagwassers ist sehr gut (pH 5 - 7) , wovon zum Beispiel das Erscheinen der in Europa einzigartigen Population der Flußperlmuschel zeugt.

Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava (Böhmerwald), der Fluss Vydra, foto:  Lubor Mrázek

Auf dem Gebiet von Šumava befindet sich eine große Anzahl der Flußläufequellen, die bedeutendsten davon sind die Flüsse Vltava, Vydra und Køemelná, die am Zusammenfluß den Fluß Otava bilden, weiter dann Volyòka und Blanice. Acht Gletscherseen befinden sich in einer Seehöhe von 1000 - 1100 Metern. Auf der tschechischen Seite nehmen sie die Fläche von 42 ha ein, und es sind die Seen: Laka, Prášilské , Plešné, Èerné und Èertovo jezero.

Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava (Böhmerwald), der See Laka (Überbleibsel der Gletschertätigkeit), foto:  Lubor Mrázek

 

Pflanzenwelt
 Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava (Böhmerwald), Wacholderbestand, foto:  Lubor Mrázek
Überwiegender Typ ist die Waldvegetation, die von der geologischen Sohle, vom Relief und von kalkarmen Böden beinflußt wird. Für den gebirgigen Teil Šumavas sind heute die Buchen - und Fichtenbestände charakteristisch, deren Höhengliederung den Höhenvegetationsgraden entspricht. Der natürliche Charakter dieser Bestände wurde aber in bedeutendem Maße durch langfristige Waldbewirtschaftung verändert und die Höhengliederung ist heute an vielen Stellen zum Beispiel durch die Bepflanzung mit Fichtenmonokulturen oder durch die Abforstung der Landschaft unterschiedlich. Die Waldvegetation stellt so in der Gegenwart ein breites Mosaik von stark veränderten, nicht ursprünglichen Gemeinschaften, bis zu den Resten der Waldbestände im ursprünglichen Zustand (Boubín, Smrèina, Stožec...) dar. In den Waldgemeinschaften setzt sich die Heidelbeere durch (Vaccinium myrtillus), und in der Moosschicht verschiedene Arten von Torfmoosen (Sphagnum), (Polytrichum commune), Bergalpenglöckchen (Soldanella montana) u.a.

Ein junger Forscher - Tourist studiert die Flora von Šumava (Böhmerwald), foto:  Lubor Mrázek

Die Blumenwelt Šumavas ist - was die Arten anbetrifft - ärmer, diese Tatsache ist aber ebenfalls durch die eintönigen Geologie- und Bodenverhältnisse und gegenwärtig auch durch bedeutendes Übermaß der Waldvegetation bedingt. Šumava ist ein botanisch nichthomogenes Gebiet - es gibt hier erhebliche Unterschiede zwischen der westlichen und südöstlichen Region, die mehr von den Alpenelementen beeinflußt wurde. Am Ende der Eiszeit kam es auch zur ersten Beeinflussung der Flora von Šumava durch verschiedene Alpenarten. So wurden verbreitet zum Beispiel der Enzian der Šumava (Gentiana panonica), weiter dann Mutellina Purpurea oder Arnica montana.

Wollgras, foto:  Lubor Mrázek   Knabenkraut, foto:  Lubor Mrázek

In den Gebirgspartien kommen zum Beispiel die verkümmerte Birke (Betula nana), Trichophorum caespitosum oder Isoetes lacustris vor, die unter dem Wasserpiegel der Gletscherseen wachsen. In den Torfmooren kommen Bestände der Wald-und Strauchkiefer Blatka vor.



Tierwelt
Die Fauna von Šumava entwickelte sich in die heutige Form im Verlauf der Nacheiszeit und hatte
 Wanderfalke, foto:  Lubor Mrázek
ursprünglich vorwiegend Waldcharakter. Der größte Teil der Tiere, die an den Wald gebunden waren, ist bis in die heutige Zeit mit Ausnahme der großen Tiere (Bär, Luchs, Wolf, Wildkatze)erhalten geblieben. Ausdrucksvollere Veränderungen der Arten der Tiergemeinschaften entstanden im Zusammenhang mit der größeren Kolonisierung Šumavas durch den Menschen, die mit der Entwicklung der Glasfabrikation und später auch mit der Holzverarbeitung (seit dem 10. und weiter namentlich im 14. - 16. Jahrhundert) verbunden war. Mit dem Entstehen von neuen Landschaftselementen (Wiesen, Felder, Siedlungen, Kommunikationen...) kam es zur Auffrischung der hiesigen Fauna um Arten von Lebewesen, die die offene Landschaft bewohnten. Einen bedeutenden Bestandteil der hiesigen Fauna bilden Arten, die ansonsten durchgehend in der nördlichen Taiga und Waldtundra verbreitet sind und die im Süden nur teilweise in den Gebirgsgebieten, in den Torfmooren, Gletscherseen oder gesteinsblockförmigen Schottern vorkommen.

Die Flußläufe sind in den Bergbereichen noch minimal verunreinigt; dank dessen ist Šumava eines der bedeutendsten Gebiete des Flußottervorkommens (Lutra lutra) in der Tschechischen Republik. Eine Seltenheit ist ebenfalls das Vorkommen der Flußperlmuschel (Margaritifera margaritifera), die zu den kritisch bedrohten Lebewesenarten gehört. Von den selteneren Arten der Wasserlebewesen kann man noch das Flußneunauge (Lampetra planeri), den Steinkrebs (Astacus torrentius) oder den Flußkrebs (Astacus astacus) nennen.

Die unikate Fauna der Wirbellosen, die an die Torfmoorgemeinschaften gebunden ist, umfaßt eine Reihe von seltenen Reliktarten nördlichen Ursprungs, war einer der Hauptgründe der Eingliederung Šumavas in das Rote Buch der bedrohten Ökosysteme. Von der großen Reihe der bedeutenden Vertreter der hiesigen Torfmoorfauna kann man zum Beispiel den Laufkäfer (Carabus menetriesi), den Heidelbeerzitronenfalter (Colias palaeno ssp. europome), die Wasserplattlaus(Notonecta reueri) oder den Perlmutterfalter (Proclossiana eunomia) nennen.

Im Gebirge Šumava kommen schon traditionsgemäß Waldarten von Hühnervögeln vor. Davon kann man z.B. die Populationen des Auerhahnes (Tetrao urogallus) nennen eine kritisch bedrohte Art, das gemeine Birkhuhn (Tetrao tetrix) oder das Waldhasehuhn nennen (Bonasa bonasia). Zu den weiteren seltenen Vogelarten gehört der Flußeisvogel (Alcedo atthis), der Buntspecht (Dendrocopos leucotos), die Bergamsel (Turdus torquatus), der Schreiadler (Aquila pomarina) oder der Falke (Falco peregrinus).

Kreuzotter - schwarze Form, Foto: Ladislav Pouzar

Unter den kleinen Säugetieren ist die großohrige Fledermaus (Myotis bechsteini) selten, kritisch bedroht sind der Rhinolophus hipposideros, die Bergspitzmaus (Sorex alpinus) oder Sicista betulina, die die Alpenfauna im Gebirge Šumava vertritt. Allgemein kommen hier das gemeine Eichhörnchen (Sciurus vulgaris), der Waldmarder (Martes martes) und der Walddachs (Sus scrofa) vor.

Von den großen Arten der Huftiere finden wir hier den Waldhirsch (Cervus elaphus) oder das gemeine Reh (Capreolus capreolus). In der Gegenwart kommt in Šumava dauerhaft auch der Elch vor (Alces alces), dessen Vorkommen hier das Ergebnis einer natürlichen Migration ist.

Von den großen Prädatoren lebt heute im Gebirge Šumava dauerhaft nur der Luchs (Lynx lynx), der das größte europäische katzenartige Raubtier ist. Der Luchs wurde hier mit Erfolg in den Jahren 1982 - 1989 ausgesetzt, und zwar insgesamt 17 Exemplare (10 männliche und 7 weibliche Tiere). In kurzer Zeit hat sich hier die Population der Luchse stabilisiert und begann sich nach und nach auch außerhalb von Šumava auszubreiten (Blanský les, Novohradské hory, Gebiet Netolice...). Am Ende des Jahres 1995 gab es hier laut der Schätzung der ständigen Population schon mehr als 70 selbständige Einzelwesen und ihre Population im Gebiet von Šumava ist die größte in der Tschechischen Republik. Der Luchs kam hier ursprünglich bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor, als er dann durch den Einfluß der Verfolgung durch den Menschen völlig ausgerottet wurde. Seine Neuaussetzung war auch dank der großen bewaldeten Fläche, dem verhältnismäßig niedrigen Besiedlungsgrad und der ausreichenden Nahrungsbasis erfolgreich, die besonders vom Rehwild gebildet wird.

Geschichte des Gebiets, Einwohner, Denkwürdigkeiten
Die Lage in der Mitte Europas an der Strecke uralter Wege, führend in der Hauptrichtung Norden - Süden, gliederte schon in der Vergangenheit die Region Šumava in die Kulturwelt Mitteleuropas ein. Die ursprüngliche Besiedlung des Gebietes war keltisch und ging wahrscheinlich in der Zeit der Wende der Zeitrechnung ein. Aus der Zeit vom Anfang unserer Zeitrechnung bis zum Jahre 1 000 blieben keine Nachrichten erhalten und deswegen nimmt man an, daß es sich um eine Zeit der Abnahme an Besiedlung handelte. Die weitere Kolonisationswelle zwischen den Jahren 1000 - 1200 kultivierte das Gebiet, das ursprünglich von den Kelten besiedelt worden war. Das ganze Gebiet war ungefähr bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts von unversehrten Urwäldern bedeckt, die Bestandteil des Grenzwaldes waren. Trotzdem existierten hier schon in längst vergangenen Zeiten zahlreiche historische Grenzübergänge und Stege, entlang welcher Siedlungen entstanden (Historische Stege in der Region Èeský Krumlov).

Šumava wurde almählich abgeforstet, in den Tälern wurde landwirtschaftlicher Boden kultiviert und bis zum Jahre 1500 war etwa ein Drittel des Gebietes besiedelt. Kolonisiert wurde vor allem der nördliche und nordöstliche Teil des Gebietes. In dieser Zeit entstanden auch die Kerne des Großteiles der heutigen Siedlungsgebilde.

 Schwarzenberger Schwemmkanal, Portal des Tunnels, foto:  Lubor Mrázek
Eine grundsätzliche Bedeutung für die Bildung der heutigen Wald- und Nichtwaldökosysteme Šumavas hatte erst die neuere Kolonisierung im 17. und 18. Jahrhundert, die mit der Entwicklung der Glasfabrikation, der Holzverarbeitung und des Hirtenwesen verbunden war. Der Gebirgswall mit Urwäldern, der die Funktion der Schutzzone des Staates erfüllte, begann an Bedeutung zu verlieren. Die urspünglich zusammenhängenden königlichen Besitze wurden voneinender getrennt. In dieser Zeit nahmen bedeutend die Flächen der Urwälder ab, es entstanden Holzfälleransiedlungen und damit auch neue Typen von Siedlungen, die bis zu dieser Zeit nicht existierten. Es entstand so die gegenwärtige Landschaftsstruktur - verstreute Anwesen, kleine Dörfer, abgeforstete Täler und überwiegend bewaldete Gebirgsabhänge. Die Landschaft wurde bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts ununterbrochen abgeforstet und in Weiden und Wiesen verwandelt. Damit waren auch die ersten Anzeichen eines mäßig gestörten Naturgleichgewichts verbunden (künstliche Anpflanzungen von Bäumen, wo die Fichte bevorzugt wurde, das Weiden des Viehs auf den ausgedehnten Weiden, Waldkalamitäten in den 70. Jahren des 19. Jahrhunderts u.a.).

Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava (Böhmerwald), Jelení jezírko (Hirschseechen) - Wasserreservoir für den Schwarzenberger Schwemmkanal, foto:  Lubor Mrázek

Nach dem zweiten Weltkrieg veränderte sich wesentlich die bisher traditionelle Nutzung der Landschaft. Die Veränderungen beruhten auf einer fast vierzigjährigen Unterbrechung sämtlicher Tätigkeiten in der Grenzzone und es folgte auch ein rasanter Rückgang der Einwohneranzahl. Šumava befand sich plötzlich durch den Einfluß der politischen und wirtschaftlichen Situation unmittelbar am Rande der wirtschaftlichen Interessen. Trotzdem sind die Veränderungen, die durch menschliche Tätigkeit im Gebiet Šumava verursacht wurden, soweit radikal, daß die Rückkehr der Landschaft, die der ursprünglichen gleichen würde, nicht mal mit geeigneter Pflege gesichert werden kann.

Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava (Böhmerwald), Lokalität Zlatá studna (Goldener Brunnen), foto:  Lubor Mrázek Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava (Böhmerwald), Umzäunung der ehemaligen Grundstücke, foto:  Lubor Mrázek

Den Charakter der Landschaft Šumava ergänzen bis heute einige historische Denkwürdigkeiten, Beweise über die Besiedlung und Anwesenheit des Menschen in diesem Gebiet :
Schwemmkanäle, die einst zum Transportieren des geförderten Holzes dienten (die Kanäle Vchynicko - tetovský und Schwarzenberg´scher Schwemmkanal)
historische Kirchenbauten und Objekte, Kapellen, Grenzsteine, Kreuze, Denkmäler u.a. (Kirche St. Thomas, die Kapellen in Stožec, die des Günter...)
Beweise der historischen Landschaftsgliederung (Regulierung von Wasserläufen, Steinumrandungen der Grundstücke, Alleen entlang der Bergwege...)
Bergsiedlungsbauten (Meierhöfe, Häuser in Volary) inklusive zusammenhängender Lokalitäten im Charakter eines Freilichtmuseums (das Dorf Dobrá bei Volary u.a....)

Die poetische Schönheit Šumavas wurde zur Inspiration für eine ganze Reihe bildender Künstler, Schriftsteller und weiterer Künstler (Karel Klostermann, Adalbert Stifter).

Naturschutz
Aufgrund ihrer Lage inmitten des dicht besiedelten Mitteleuropa, der relativ gut erhaltenen Natur und der reichhaltigen Wasserquellen wird Šumava oft dem "Grünen Dach Europas" zugeordnet - ein Gebiet von ständig anwachsender internationaler Bedeutung. Die ersten Bemühungen um die Verkündung des Landschaftsparks Šumava wurden im Jahre 1911 unternommen. Im Jahre 1946 unternahm man weitere Schritte, die zur Verkündung des Nationalparks führen sollten. Im Jahre 1963 wurde durch einen Erlaß des Kulturministeriums der Tschechoslowakischen Republik laut Gesetz 40/1956 Slg das Landschaftsschutzgebiet Šumava in einem Ausmaß von 163 000 ha errichtet, und das bedeutete, daß es zu der Zeit das größte Landschaftsschutzgebiet der Tschechischen Republik gewesen war. Im Jahre 1990 wurde in Paris das biosphärische Reservat Šumava unter dem Patronat von UNESCO verkündet, das das Gebiet des Landschaftsschutzgebietes umfaßte und dessen Verkündung auch seine Qualitäten und das Prestige im internationalen Maßstab bestätigte. Der Nationalpark Šumava wurde als ein Gebiet mit der größten Rechtsform der Naturschutzes am 20.3.1991 durch eine Regierungsanordnung der Tschechischen Republik verkündet.

Der Nationalpark Šumava teilt sich in drei fundamentale Zonen auf, die ein notwendiges Mittel zur Erneuerung der ökologischen Stabilität der Landschaft darstellen :

I. Zone im Ausmaß von 9004 ha bildet 13% der Fläche des Parks
diese strenge Naturzone umfaßt die wertvollsten und stabilsten Gebiete mit natürlichen Ökosystemen - urwaldähnliche Reste von Wäldern, Sumpfe und Oberflächentorfmoore. Das Gebiet I. Zone bleibt der natürlichen Entwicklung ohne Einfluß des Menschen überlassen.

II. Zone im Ausmaß von 56 856 ha bildet 82% der Fläche des Parks
diese gesteuerte Naturzone umfaßt den übrigen überwiegenden Teil der Wald - und übrigen Ökosysteme mit verschiedenen Graden der Zusammensetzung und dem Zustand der Bestände, begonnen mit den ursprünglichen Beständen, über veränderte bis zu stark beschädigten und genetisch nicht geeigneten Beständen. Ziel aller Tätigkeit ist die Erhaltung des Naturgleichgewichts und die Annäherung der bestehenden Ökosysteme an natürliche Gemeinschaften.

III. Zone im Ausmaß von 3 200 ha bildet 5% der Fläche des Parks
diese Randzone umfaßt Gebiete, die bedeutend vom Menschen verändert wurden sowie Zentren der zentralisierten Verbauung. Das Ziel ist diese Zone zu erhalten und sie für das dauerhafte Bewohnen, für Dienstleistungen, Landwirtschaft, Tourismus und Erholung auszunützen, falls dies nicht im Widerspruch mit der Mission des Nationalparks steht.

Die Schutzzone des Nationalparks Šumava
ist nicht direkt verkündet worden, ihre Aufgabe übernimmt das Landschaftsschutzgebiet Šumava, das in vier Zonen geteilt wird.

Die Gesamtfläche des Nationalparks Šumava

Waldbodenim Ausmaß von 55 600 habildet 81% der Fläche des Parks
Wiesen und Weidenim Ausmaß von 5 169 habilden 7% der Fläche des Parks
Ackerbodenim Ausmaß von 756 habildet 1% der Fläche des Parks
Wasserläufeim Ausmaß von 583 habilden 1% der Fläche des Parks
übriger Bodenim Ausmaß von 6 922 habildet 10% der Fläche des Parks

Die Anzahl der ständigen Einwohner auf dem Gebiet des Nationalparks Šumava zum 3.3.1991 : 2 492

Bedeutende internationale Abschirmung
Statut des biosphärischen Reservats und Eintragung ins Verzeichnis UNESCO
Eingliederung der Torfmoore Šumavas in das Verzeichnis der sog. Ramsarer Konvention über den Schutz von Naßgallen internationaler Bedeutung
Eingliederung der Torfmoore Šumavas mittels der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) in das Rote Buch der Ökosysteme
internationaler Naturschutz des Gebiets Bavorský les - Šumava- Bezeichnung : der Ökologische Baustein Europas
Erklärung des Böhmerwaldes/Šumavas für die "Europäische Landschaft des Jahres 1999/2000"

Das Gebiet des Nationalparks Šumava inkludiert den Großteil der wertvollsten Naturphänomene dieses Gebietes mit der Notwendigkeit des strengen Schutzes, wie z.B. der Gletscherseen, Torfmoore oder Reste von Urwaldbeständen der Bergwälder. Gleichzeitig ist aber eines der fundamentalen Merkmale des Nationalparks die überall anwesende, fast unversehrte Natur, die gemeinsam mit den Spuren der Jahrhunderte dauernden Anwesenheit des Menschen diesem sehr dünn besiedelten Gebiet auch einen persönlichen Zauber und ein besonderes Mysterium verleihen. Die Sehnsucht nach dem Kennenlernen der Natur und der Geschichte und danach, mit der Natur im ausgedehten Gebiet des Nationalparks zusammenzuleben, ist der Sinn des Lebens seiner ständigen Bewohner und auch seiner Besucher. Der Nationalpark Šumava ist ein Gebiet, das dem modernen Menschen Schönheit, die Stärke aber auch "Schwäche" der Natur und das Kennenlernen ihrer Gesetze vermittelt.

Weitere Informationen :
Lipno-Stausee
Èerná v Pošumaví
Frymburk
Horní Planá
Vítkùv hrádek
Karteninformationssystem Šumava - Lipensko
Service für Touristen in der Region Èeský Krumlov
Touristische Merkwürdigkeiten in der Region Èeský Krumlov
Charakteristik der natürlichen Verhältnisse in der Region Èeský Krumlov

 



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