Kle
 

 Berg Kle, Blick vom Gipfel nach Südosten - Alpenaussicht, historische Illustration, foto:  E. Herold

Kle - 1084 m ü.M. - ist der höchste Berg des Blanský les, der sich im nordwestlichen Teil des Bezirkes ausbreitet. Aus dem Jahre 1624 stammt die Nachricht, daß es "hier eine Fülle am Wild befindet - Hirsche, Rehkühe, Bären, Rehböcke, Wildschweine, Luchse, wilde Katzen, Füchse und Hasen, Auerhühner oder Vogelfangvögel" gibt.

Die Bezeichnung Kle ist eine der ältesten Benennungen böhmischer Berge. In erhaltenen, geschriebenen Schriften können wir die Entwicklung etwa so verfolgen :

Alpen vom Berg Kle, ein hist. Foto, Sammlungsfonds des Bezirksheimatmuseums Èeský Krumlov Alpen vom Berg Kle, ein hist. Foto, Sammlungsfonds des Bezirksheimatmuseums Èeský Krumlov

1263 - Mons Naklethi
1318 - Naklati
1445 - Kletie
1600 - Kleta
1624 - Kle, Kletý
seit dem 17. Jahrhundert - Schöniger, volkstümlich Schönigl, Šénygl
Ende des 19. Jahrhunderts - Klet´
seit 1918 bis heute - Kle

Aussichtsturm auf dem Berg Kle, hist. Foto, Sammlungsfonds des Bezirksheimatmuseums Èeský Krumlov, Foto J. Seidel, 1910 Berg Kle, Aussichtsturm - Turm des Fürsten Josef auf dem Berggipfel, historische Illustration, foto:  J. Falta

Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Berg nur zum Zweck der Vermessung und Kartenbeschriftung aufgesucht. Kle ist ein Ort mit einem einzigartigen Rundausblick. Schon vor dem Bau des Aussichtsturmes kamen Menschen hierher, um den herrlichen Ausblick auf die Alpen zu genießen. Fürst Josef Johann Nepomuk zu Schwarzenberg, der selbst ein eifriger Weltreisender war, propagierte auch touristische Interessen. Er gab also den Anlaß zum Bau eines Aussichtsturmes aus Stein auf dem Gipfel. Der Bau wurde in den Jahren 1822 - 1825 realisiert. Es handelt sich um den ältesten Aussichtsturm aus Stein in Böhmen, von welchem aus man bei kühlem Wetter die Alpengipfel erblicken kann. Zu Ehren des Gründers wurde er der Josefsturm genannt. Der Josefsturm wurde in den Jahren 1824 - 1825 zum trigonometrischen Punkt für kartographische Arbeiten, und so lockte der Ort nicht nur Tausende von Besuchern an , sondern auch den Autor der Pläne von Ausblicken vom Gipfel des Aussichtsturmes.

Luftaufnahme des Mastes, des Aussichtsturms un d der Sternwarte auf dem Berg Kle  Aussichtsturm auf dem Gipfel des Berges Kle

Einhundert Jahre später, im Jahre 1925, wurde auf dem Berg Kle eine Berghütte für die Bedürfnisse der Touristen gebaut, Patronin war die Fürstin Theresia zu Schwarzenberg. Daher die Bezeichnung die Theresia- Hütte.

Berg Kle, Theresias Hütte auf dem Berggipfel, ein historisches Foto von Josef Seidel Aussichtsturm und Theresienhütte auf dem Berg Kle, hist. Foto, Sammlungsfonds des Bezirksheimatmuseums Èeský Krumlov, Foto J. Wolf, 1927

Heute ist der Berg Kle und seine Umgebung Ziel vieler Tausende von Touristen, im Verlauf des ganzen Jahres. Mittels einiger Touristentrassen kann man den Berg von mehreren Orten der Region erreichen -von Èeský Krumlov, von Holubov, Køemže, Chvalšiny, Zlatá Koruna, Brloh usw. Ihre Freude haben im Winter auch die Skifahrer. Zur einer mittlerweile traditionellen Aktion wurde der sehr anspruchsvolle Lauf auf den Berg Kle. Im Winter sowie im Sommer läßt sich der Gipfel mit einem Sessellift erreichen, dessen untere Haltestelle sich in Krásetín bei Holubov befindet. Die Seilbahn überwindet eine Länge von 1752 m und die Höhe von 383 m, Touristen werden schon seit dem Jahre 1961 mittels der Seilbahn transportiert.

Kle, Alpenaussicht, foto:  Lubor Mrázek

Im Jahre 1957 begann auf Kle der Bau des Senders SÜDBÖHMEN (der Mast ist 116 m hoch), zwei Jahre später leitete der Sender den regelmäßigen Betrieb ein. Im Jahre 1967 begannen die Arbeiten für den Aufbau eines Senders für das 2. und das Farbprogramm des Tschechoslowakischen Fernsehens (Höhe etwa 180 m).

Berg Kle, Plan der Kreisaussicht vom Berggipfel, historische Illustration, foto:  J. Karták

In den Jahren 1958 - 1961 entstand durch Selbsthilfe eine Sternwarte (Sternwarte und Planetarium auf Kle).

Aussichtsturm auf dem Berg Kle, Ferdinand Runk, nach dem Jahre 1825

Legenden und Erzählungen :
Auf dem höchsten Berg des Blanský les stand eine feste Burg, und in dieser regierte gerecht der Edelmann Hrozen. Er hatte eine einzige Tochter, gutmütig und schön, die Krasava genannt wurde. Es bemühten sich viele Freier um sie, besonders dann ein fescher Jüngling mit brauen Wangen und funkelndem Blick, von welchem gesagt wurde, er sei der Teufel selbst. Als der Fürst der Hölle erkannte, daß seine Verwandlung erkannt wurde, schwur er Rache dafür, daß er von Krasava einen Korb erhalten hatte. Eines Tages, als alle von der Burg zur Jagd losgezogen waren, schickte der Teufel über den Berg ein wildes Gewitter; er zerstörte die festen Mauern der Burg und schleuderte das Gestein in alle Richtungen. Ein irrender Mönch, der zufällig vorbeikam, hebte sein Kreuz und jagte den Teufel in die Hölle. Das Gestein liegt bis heute noch auf dem Berg Kle und man sagt, es seien die Überreste des mächtigen Sitzes, der vom Satan zertrümmert worden war.

Ansicht von Èeský Krumlov und vom Berg Kle vom Hügel Køížová hora (Kreuzberg) , foto:  Libor Sváèek

Weitere Informationen :
Landschaftsschutzgebiet Blanský les
Touristische Merkwürdigkeiten in der Region Èeský Krumlov
Touristische Merkwürdigkeiten in der Stadt Èeský Krumlov
Ausstellung - Kulturelle und natürliche Bedeutung des Berges Kle
Seilbahn Kle

 



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