Geologischer Aufbau in Èeský Krumlov und Umgebung
 

Diese Information, dieses Bekanntmachen ist für Leser mit Interesse für die Naturwissenschaften vorbereitet, für jene, die alles komplex mit allen Zusammenhängen begreifen wollen und die nicht bei der Planung ihres Besuches oder direkt am Ort mit dem zufrieden sind, was der geläufige Reiseführer ihnen bietet. Dieser Text wurde mit Hilfe von zugänglichen fachlichen literarischen Unterlagen niedergeschrieben, gemäß dem gegenwärtigen Zustand von Kenntnissen und auf dem Niveau, das man ständig ergänzen und entwickeln kann. Sie knüpft an weitere Seiten an, die die Naturwissenschaften, den Naturschutz, und die Förderung von Mineralrohstoffen u.ä.betreffen.

Morphologie
 Geologische Karte von Èeský Krumlov und seiner Umgebung
Die Gestaltung der Landschaft wird nicht nur vom geologischen Aufbau beeinflußt, sondern selbstverständlich auch von Prozessen und Verfahren, von denen die Region in der geologischen Geschichte betroffen wurde, besonders im Quartär (Tertiär). Es handelt sich um tektonische aber auch exogene Prozesse - Erosion und Denudation.

Bedeutend macht sich in der Morphologie das Tal des Flusses Vltava und ihrer Zuflüssen geltend, es sind oftmals unregelmäßige Netze kleiner Bäche. Das tief eingeschnittene Tal von Vltava mit schroffen, oftmals felsigen Abhängen. Ein Tal mit vielen ausdrucksvollen Mäandern. Im Kontrast zu diesen niedrig gelegenen Stellen ist die dominante Elevation, der höchste Punkt von Blanský les, Kle (1084 m). Der abgerundete Gipfel mit vielen Ausläufern und Schuttströmen in den Abhängen (eine Seilbahn, Hütte, ein Aussichtsturm, eine Sternwarte).

Es überwiegt der hügelige Charakter der Landschaft. Größtenteils ein vielgestaltiges buschliges Hügelland. Gipfel, kurze Bergrücken, eingeschnittene aber auch flache Täler.

Vom Gesichtspunkt der geomorphologischen Gliederung aus wird das Gebiet von Èeský Krumlov in das System Šumava eingeordnet, (Subprovinz), in das Untersystem des Hügellandes Šumava mit mittlerer Höhe von 634,4 m. Im Osten grenzt es an das Gebiet des Vorgebirges von Novohradské hory.

Geologischer Aufbau
Regional - geologisch wird das Gebiet von Èeský Krumlov in die vorplattförmige Grundlage des Böhmischen Massives, in das moldanubische Gebiet eingegliedert. Moldanubikum ist die historische Bezeichnung für das Gebiet, das überwiegend vom intensiv metamorphen Gestein und von granitoiden Massiven paläozoischen Alters gebildet wird. Das Moldanubikum wird für eine vorpaläozoische Einheit gehalten.

Geologische Karte von Èeský Krumlov und seiner Umgebung, Erläuterungen

Genauer gehört es in das Gebiet des Moldanubikums Šumava, das verschiedene katazonal metamorphierten Gesteinskomplexe bilden, überwiegend in die amfibolitische Fazies , ausnahmsweise sind es Systeme mit Metamorphose aus dem Mesozoikum bzw. mit epizonalen Metamorphose. Für das Moldanubikum ist das Vorkommen von hoch metamorphierten Gesteinen charakteristisch, wie zum Beispiel Granulite, Eklogite und weitere Gesteine. Intensive Migmatitisationen und Durchdringungen durch Massive von Granitgesteinen.

Im Moldanubikum kann man zwei verschiedene Serien von Gesteinen aussondern, die sich durch die Zusammensetzung des Gesteins unterscheiden. Es ist eine eintönige und zugleich bunte Gruppe. Eintönig ist sie vom petrographischen Gesichtspunkt aus, vertreten vor allem von verschiedenen Paragneistypen (biotitisch, silimanitisch, muskovitisch), die im verschiedenen Maße migmatitiert sind. Wahrscheinlich ursprünglich pelitische und psamitische Sedimente eines tieferen Meeres. Eine mannigfaltige Gruppe ist abermals durch Paragneise vertreten, sowie bei der eintönigen Gruppe, aber obendrein erscheinen Gesteine wie zum Beispiel Quarze, Quarzgneise, Marmore, Amfibolite, amfibolitische Gneise, Granulite, Eklogite, Ortogneise.

Diese bunte Serie tritt in einigen Bereichen auf. Im mittleren Bereich befindet sich Èeský Krumlov. Die bunte Serie können wir ohne größere Spekulationen als einen seichten Sedimentationsraum betrachten, wo die Marmore und Graphitgesteine das Material des organischen Reiches darstellen.

Stratigraphisch betrachtet man die bunte Gruppe als die jüngere. Über das Alter wird sehr diskutiert. Es gibt bisher keine ausreichenden Unterlagen für überzeugende Schlußfolgerungen. Funde von Mikrofosilien in den Marmoren von Èeský Krumlov könnten zu einer näheren Datierung beitragen. Es gibt viele Feststellungen, die oft widersprüchlich sind. Interessant ist auch die Tatsache, daß auf dem Moldanubikum keine sedimentäre Deckung liegt. Die radiometrische Datierung zeigt das mindestens mittelproterozoische Alter an.(523 plus oder minus 38 Millionen Jahre, Gestein von der Rožmberk-Kaplice Einheit). Die Gesteine sind mindestens 2 x deformiert und eventuell auch metamorphiert (Deformationsphasen "moldambisch",kadomisch und teils auch hercinisch).

Èeský Krumlov
Der Bereich von Èeský Krumlov hat eine bedeutende Vertretung an Granuliten und den damit verbundenen ultrabasischen Gesteinen und Eklogiten, sehr häufig treten auch Graphitgesteine und Graphite auf (Bereich Èerná - Èeský Krumlov - Pøíseèná). Geläufig sind auch die Korpuse des Ortogneises. Die Granulite bilden das Massiv des Kle (Blanský les). Weitere Gesteine wechseln in veränderungsmächtigen Lagen. Es sind wieder Amphibolite, Erlane, Marmore, Quarzite. Die Metamorphose wurde mindestens in zwei regional-metamorphosen Episoden belegt. Der Magnetismus wird hier von leukokurzen Adergraniten bis Granodioriten und verschiedenen Porphyriten repräsentiert.

Hydrogeologie
Das Gebiet Èeský Krumlov gehört zu den typischen Regionen, wo das Untergrundwasser hauptsächlich an die Rißsysteme der Gesteine des Kristallinikums gebunden ist. Weniger an Deckungsgebilde und den Verwitterungsmantel. Die Kollektoren werden in die Flußläufe der Vltava und Poleènice entwässert. Chemisch sind es Wässer mit geringer Mineralisierung, größtenteils bis 100 mg./l (Kalzium vom Sulfattyp, Kalzium vom Bikarbonattyp, Kalzium vom Sulfat-Bikarbonattyp). Die Ausgiebigkeit der Quellenstrukturen ist sehr veränderlich, gemäß der Rißdurchlässigkeit der Gesteinskomplexe. Die Unterwasserzirkulazionen sind verhältnismäßig rasch und von den Niederschlägen abhängig. Eine sichere Ausnahme im Spektrum der Kollektoren des Kristallinikums sind unterirdische Wässer, die an die Lagen der kristallischen Kalksteine gebunden sind. Mineralwasser kommt hier keins vor.

Mineralienrohstofflager
Das Gebiet Èeský Krumlov gehört nicht zu den Regionen mit großen industriellen Rohstofförderungen. Wir wissen, daß der Baustein hier reichlich schon im Mittelalter gefördert wurde. Beweise dafür finden wir zum Beispiel in den Wenzelskellern in der Burg Èeský Krumlov, an den Relikten alter Pflaster, an Teilen mancher bürgerlicher (städtischer) und religiöser Bauwerke. Historisch wurde der Stein am besten direkt an der Stelle der Baustelle oder in der nächsten Umgebung gefördert. Später mit der Entwicklung des Bauwesens und des Verkehrs auch in entfernteren Lokalitäten. Es handelt sich petrographisch um Granitoride, Granulite, kristallische Kalksteine und weniger um Paragneisgesteine, die heute hauptsächlich als Feinschlag genützt werden. Die Förderung von Dekorationssteinen gibt es hier nicht. Der förderungsgemäß größte Steinbruch ist der Steinbruch Plešovice - Holubov am östlichen Abhang des Berges Kle und Chvalšiny - Zrcadlová hu. Der Steinbruch in kristallischen Kalksteinen Vyšné ist geschlossen.

Der traditionsreiche Rohstoff des Gebietes Èeský Krumlov (das Gebiet von Èerná v Pošumaví über Èeský Krumlov) sind die Graphiterze. Wir finden hier historische , schon ausgeförderte, nach der Beendung der Förderung und nach der Durchforschung konservierte Lager. Die Lager entwickelten sich an der Grenze der Paragneise und der kristallischen Kalksteine. Der Graphit wurde schon von der keltischen Kolonisation ausgenutzt.

Èeský Krumlov ist eine Bergstadt schon seit der Vergangenheit. Auch heute finden wir hier Überreste der Bergbautätigkeit, wie zum Beispiel kleine Halden, Pinken, Oberflächendeformationen, Mündungen in verschüttete kleine Stollen, aber auch einige Objekte. Größtenteils nach der Förderung von reinem Silber aus den Aderstrukturen aus den Oberflächenzementzonen.

Wenn wir das Gestein untersuchen wollen, das bei den Bauwerken in Èeský Krumlov angewendet wurde (von den Pflastern bis zu den Gesteinen der Katedrale und des Schlosses) ist die Herkunft meist örtlich oder aus der nächsten Umgebung. So könnte zum Beispiel die Mauer des Schloßgartens als petrographische Kollektion eines regionalgeologischen Bauwerkes dienen. Dies gilt natürlich nicht für manche wertvolle und dekorative Details der Bauwerke oder für die architektonischen Akzesse der unweiten Vergangenheit.

Die mineralogische Thematik wäre für dieses Material sehr umfangreich und es ist besser auf die Literatur hinzuweisen, wo der Fachmann und der Sammler ausreichende Informationen findet, die für seine Arbeit oder sein Hobby unentbehrlich sind.

Nachträgliche Information über Landkarten auf http://www.cgu.cz

(jsch)

Weitere Informationen :
Geschichte des Bergbaues in der Stadt Èeský Krumlov
Geologie-und Bodenverhältnisse in der Region Èeský Krumlov

 



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