Geologie- und Bodenverhältnisse in der Region Èeský Krumlov
 

Das Gebiet des Bezirks gehört zum Kristallinikum des Moldau-Donau-Gebietes, das Moldanubikum genannt wird. Vom stratigrafischen Gesichtspunkt aus sind hier alle Hauptbaueinheiten, die sog. Serien vertreten. Die einförmige Serie des Kristallinikums ist mit einem verhältnismäßig monotonen Bau und saueren Gesteinen charakterisiert. Durch die Region Èeský Krumlov geht jedoch eine bunte Serie mit einem häufigen Zusatz von geringen Einlagen unterschiedlicher Gesteine, oft basischen Charakters durch. Weitere Einheiten sind hier noch Serien von Glimmerschiefern und Glimmerschiefergneise von Kaplice und zwei Granulitmassive (Køišanover Massiv und Blansker Wald). Dadurch ist der sehr bunte geologische Bau dieser Region gegeben, der im südböhmischen Gebiet nicht seinesgleichen hat.

Geologische Karte des Bezirkes Èeský Krumlov

Zu den Gesteinen, die den vorwiegenden Teil der Sohle des Grenzteils des Bezirks bilden und die stellenweise auch im Binnenland vertreten sind, gehören verschiedene Typen von Graniten und Granodioriten. Ein weiteres bedeutendes Gestein sind Glimmerschiefergneise und und Glimmerschiefer um Kaplice herum und biotitische Paragneise, die in einem breiten, mit der Serie der Kaplicer Glimmerschiefer parallelen Streifen den mittleren Teil des Bezirks füllen und elementares Gestein der bunten Serie des Kristallinikums sind. Außer anderen Typen von Gneisen und Pegmatiten sind vom Gesichtspunkt des Vorkommens der Flora und Fauna aus basische Gesteine am wichtigsten, die in der bunten Serie des Kristallinikums eine Reihe von kleineren sowie größeren Einlagen bilden. Es sind vor allem kristallinische Kalksteine, Erlane und Amphibolite, deren Vorkommen der Natur der Region Èeský Krumlov eine Reihe charakteristischer Züge gibt. Eine ähnliche Bedeutung haben auch Serpentinite, die in der Regel an den Rand der Granulitmassive gebunden sind.

Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet Šumava (Böhmerwald), Medvìdí stezka (Bärensteig) - Gebilde genannt  Kapelle (Überbleibsel der Gletschertätigkeit) 
Auch vom mineralogischen Gesichtspunkt aus ist die Region Èeský Krumlov sehr sehenswert. Interessant sind von diesem Gesichtspunkt aus besonders Gesteine des Granulitkomplexes, Serpentinite und Produkte ihrer Metamorphose. Besonders in den Køemžer Kessel fährt man wegen Granuliten, Eklogit, Ultrabasika, Opalen, Granaten und vielen weiteren. Moldausteine befinden sich bei Besednice, Vrábèe und auch anderswo.

Das Vorkommen von Bodenschätzen ist im Bezirk ebenfalls relativ reich, aber die Lager sind klein und meistens genügen sie den Ansprüchen der modernen Förderung von großer Kapazität nicht. Die populärsten sind sicher die Silbererz-Ganglager in der Umgebung von Èeský Krumlov, Chvalšiny und anderswo, aber diese haben nur noch historische Bedeutung. Einigermaßen bedeutender sind Verwitterungslager von Nickelerz im Serpentinitgebiet des Køemžer Kessels, die eine regionale Besonderheit darstellen. In den Serpentinitverwitterungen haben ihren Ursprung auch Limoniteisenerze, die in der untergegangenen Hütte Adolfov (heute Artypa Holubov) verarbeitet wurden.

 Graphit
Von den Nichterzrohstoffen haben die größte Bedeutung die Grafitlager, die unterschiedlich in der bunten Serie des Kristallinikums zerstreut sind; gefördert wird nur noch in der Umgebung von Èeský Krumlov. Der Abbau vom kristallinischen Kalkstein in Vyšné bei Èeský Krumlov wurde aufgehoben, bisher verläuft er bei Bližná. Für den geläufigen Baubedarf sind zwei Steinbrüche geöffnet (Abbau von Granitoiden) am Fuß des Blansker Waldes - Zrcadlová Hu über Chvalšiny und Plešovice. Beide liegen auf dem Gebiet des Landschaftsschutzgebietes und wegen Staub, Lärm und nicht umkehrbare Änderungen in der Landschaft sollten sie allmählich erstickt werden.

In der Region waren die bedeutendsten Torflager von Hochmoor- sowie Übergangstyp mit Wasser des Lipno-Stausees überschwemmt; der bedeutendste heutige abgebaute Lager ist der Raum zwischen Svìtlík und Blatná. Weitere große Torfmoore (im St.-Thomas-Gebirge, im Gratzener Gebirge) sind heute wegen ihrem großen naturwissenschaftlichen Wert als kleinflächige besonders geschützte Gebiete erklärt.

Geologisch - tektonische Karte der Regionu Èeský Krumlov 
Böden im Bezirk entsprechen der Buntheit des geologischen Baus, dem Klima und dem ursprünglichen sowie verwandelten Pflanzenbestand. Für die Landwirtschaft geht es meistens um arme Böden, einigermaßen günstigere Eigenschaften haben sie für die Forstwirtschaft (vor allem Verwitterungen amphibolisch-biotitischen Syenits rastenbergischen Typs im Gebiet des Želnaver Gebirges und biotitischen Granodiorits weinsbergischen Typ im Gratzener Gebirge, in ihrem Vorland um Kaplice herum und in den Grenzgebieten bei Vyšší Brod und im St.-Thomas-Gebirge - die Vitalität der dortigen Wälder beachten Sie sicher auch bei einem normalen Spaziergang). Der häufigste Zonentyp der Böden sind mitteleuropäische Braunerden, am interessantesten (für die Vegetation) sind Rendzinen auf kristallinischen Kalksteinen und magnesiumhaltige Rendzinen auf den Serpentiniten. Ein großer Teil der Böden im Bezirk ist vom hohen Spiegel des Grundwassers (Gley- und Torfböden) beeinflusst; das Prozent der dauernd nassen Böden steigt in den letzten Jahren, weil ein großer Teil der früher bestellten Grundstücke brach liegen bleibt.

(vd)

Weitere Informationen :
Charakteristik der Naturverhältnisse in der Region Èeský Krumlov
Geologischer Aufbau in Èeský Krumlov und Umgebung
Geschichte des Bergbaues in der Stadt Èeský Krumlov

 



© Sdružení Oficiálního informaèního systému Èeský Krumlov, 2000
Besucherzahl dieser Seite seit 13. November 1998 : TOPlist 0

Èeská verzeEnglish version