Holubov
mit Ortschaften Krasetín und Třísov in der Zeit und in Verwandlungen

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Krasetín, im Hintergrund mit Kleť, Foto: Jan Kříž Diese malerischen Dörfer befinden sich am Fuß des Berges Kleť.

Geografische Lage:
14°20' östlicher Länge
48°35' nördlicher Breite
523 m über dem Meeresspiegel.

Entfernungen zwischen den einzelnen Ortschaften sind
Holubov - Krasetín: 900 m
Holubov - Třísov: 1900 m
Krasetín - Třísov: 2300 m

Schematischer Plan von Třísov, der Keltischen Siedlung und Dívčí Kámen, Illustration Die erste ausführlicher bekannte Besiedlung in der Umgebung war die Burgstätte bei Třísov - Keltisches Oppidum (Siedlung, Stättchen). Die Kelten (Gallen) bewohnten das Gebiet vom 3.-4. Jahrhundert vor Christus. Es wurde um das Jahr 60 vor Christus auf dem Gebiet mit einem Ausmaß von etwa 26 ha gebaut. Der innere, aus Ton und Stein gebaute und mit Holzpfahlen versteifte Wall war in der Grundlage 7 Meter breit und 4 bis 5 Meter hoch. Die Bewohner widmeten sich der Landwirtschaft, züchteten Vieh, Schafe und Pferde. Es entwickelten sich Handwerke, sie kannten Erzschmelzen und stellten Werkzeuge und Waffen aus Bronze sowie Eisen her. Nach ihrem Weggang vor dem Einfall des germanischen Stamms der Markomanen und nach dem Zug der wilden Hunnen ließ sich im 4.-7. Jahrhundert vom Osten der slawische Stamm der Doudleber nieder.

Holubov:
Das Dorf gibt es schon lange Zeit und es gehörte den Wittigonen sowie Rosenbergern. Die erste Erwähnung der Gemeinde wird mit dem Jahr 1379 datiert. Es stand hier in den älteren Zeiten ein Hof, der 1501 unterging und öd blieb. Er wird bereits im Jahr 1383 erinnert. Der Name ist wahrscheinlich vom erwähnten Holubs Hof gegeben, der zur Herrschaft Dívčí Kámen gehörte.

Panoramenansicht von Holubov, Foto: Jan Kříž

Die Gemeinde Holubov liegt im Bezirk Český Krumlov, etwa 15 km von Český Krumlov entfernt. Sie erstreckt sich in Vorgebirgstälern, entlang der Vltava und des Křemžer Bachs, sie gehört in den Komplex des Blanský les (Blansker Wald).

Holubov, Dorfplatz 1, Foto: Jan Kříž Holubov, Dorfplatz 2, Foto: Jan Kříž Holubov, Dorfplatz 3, Foto: Jan Kříž

Krasetín:
Das Dorf wird im Volksmund Krásetín genannt, obwohl es in allen älteren Urkunden sowie in allen Verzeichnissen der Herrschaft der Rosenberger als Krásletín geschrieben wird. Es gehörte ebenfalls zu der Herrschaft Dívčí Kámen.

Krasetín - Dorfplatz mit dem Feuerwehrzeughaus, im Hintergrund mit Kleť 2, Foto: Jan Kříž Krasetín - Ansicht vom Abhang von Kleť unter der Seilbahn aus, Foto: Jan Kříž Krasetín - Kapelle, 1854, Foto: Jan Kříž

Třísov:
Das Dorf gehörte seit alten Zeiten zu der Herrschaft Krumlov unter die Macht der Wittigonen und Rosenberger. Nach der Gründung der Burg Dívčí Kámen kam Třísov in ihre Verwaltung. In den rosenbergischen Zeiten war das Dorf Sitz des Gerichtshauses. Der Name ist vielleicht von Třes´ Hof abgeleitet.

Třísov - Frühlingspanorama, Foto: Jan Kříž
Třísov - Dorfplatz mit dem Feuerwehrzeughaus im Vordergrund, Foto: Jan Kříž Třísov, im Hintergrund Fernsehsender Kleť, Foto: Jan Kříž



Verkehr:
Durch die Gemeinde führt seit 1891 die Eisenbahn von České Budějovice nach Volary. Das größte Objekt auf dieser Trasse ist ein 100 m langer und 30 m hoher Eisenbahnviadukt (eiserne Brücke) vor der Station Holubov - es ist ein eisernes Fachwerk auf 2 kegelförmigen Seitenpfeilern und 1 Mittelpfeiler.

Holubov - Eisenbahnstation, Foto: Jan Kříž Eisenbahnbrücke bei Holubov

Durch das Dorf führt weiter eine Straße von Prachatice über Brloh, Křemže, Holubov (hier knüpft eine Straße von České Budějovice an), Zlatá Koruna und Český Krumlov.

Bedeutende Bauten und Denkmäler:

Třísov:
Bei der Eisenbahnstation steht eine Gedenklinde mit einem altertümlichen Kapellchen, beide aus dem Jahr 1776 .
Hier beginnt auch der markierte Lehrpfad, der über das Keltische Oppidum, Dívčí Kámen, Naturreservat Holubover Serpentinite entlang des Křemžer Bachs bis zur Eisenbahnstation in Holubov führt.

Třísov - Eisenbahnstation, Foto: Jan Kříž Třísov - Gedenklinde in der Nähe des keltischen Oppidums, Foto: Jan Kříž Dívčí Kámen - Hof der oberen Burg, Foto: Jan Kříž

Auf der Fläche von 26 ha erstrecken sich in der Nachbarschaft der Ortschaft Reste des keltischen Oppidums. Hier wurde kurz vor dem Zweiten Weltkrieg eine Untersuchung durchgeführt und dann in den 50er und 60er Jahren erfolgte hier eine intensive Untersuchung unter der Leitung von Dr. Jiří Břeň vom Nationalmuseum Prag. Es wurde hier eine keltische Stadt aus dem Jahr 2000 vor Christus entdeckt. Auf einem Felsenvorsprung wurde in den 60er Jahre eine Untersuchung der Bronzezeit durchgeführt, und zwar von Dr. Josef Poláček vom Südböhmischen Museum in České Budějovice.

Křemžer Bach unter Dívčí Kámen, Foto: Jan Kříž Dívčí Kámen, Lagerplatz an der Vltava, Foto: Jan Kříž

Am Zusammenfluss des Křemžer Bachs mit der Vltava befinden sich malerische Ruinen der Burg Dívčí Kámen. Ihre Gründungsurkunde ist aus dem Jahr 1349, umfangreichere Verfestigungsarbeiten führte hier die Tschechoslowakische Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Dr. Hejna in den 60er Jahren durch.

Holubov:
Unter dem Bahnhof in Holubov (früher Ortsteil genannt Adolfov) standen bis zum Jahr 1874 Eisenöfen und vier Hammermühlen. Die Hütte zum Schmelzen des Eisenerzes in Holubov wurde im Jahr 1841 von Budweiser Unternehmern Vojtěch Lanna, František Klavík und Jan Procházka gebaut. Die Eisenhütte wurde mit dem Namen des Fürsten Adolf zu Schwarzenberg genannt und später trug sie samt den zugebauten Häusern lange den Namen Adolfov (Adolfstahl). Der Holubover Bahnhof trug diesen Namen noch etwa bis zum Jahr 1923. Die Treibkraft der Eisenhütte war der Bach, der 11 Wasserräder in Bewegung setzte. Die trugen die Leistung auf Hammermühlen und weitere Mechanismen über. In der Hütte wurde mit Holzkohle geheizt. Die Hütte stellte etwa 120 Leute an, der Hochofen wurde 1870 aufgehoben, die ganze Hütte dann 1878. Eisenerz in die Adolfover Hötten wurde aus Zaháj bei Hluboká, von Červený mlýn und Strážkovice gebracht. Noch heute ist an verschiedenen Stellen in der Umgebung die Hochofenschlacke als Erinnerung an vergangene Zeiten zu finden.

Eisenhütte in Adolfov, historisches Foto Gesellschaftshaus in Adolfov, historisches Foto

Seit 1878 begann hier der französische Unternehmer A. L. Japhet zu unternehmen, dessen Firma hier bis zum Jahr 1885 gebogene Stühle erzeugte.

Den Holubover Betrieb Artypa baute František Sklář auf den Trümmern der alten Eisenhütte in den Jahren 1945-46. František Sklář war Maler und Grafiker und seinen Betrieb für Druck und Papierwarenherstellung gründete er hier auch wegen der Nähe der Papierfabrik in Větřní und Loučovice. Nach der Nationalisierung im Jahr 1948 übernahmen den Betrieb ohne einen Ersatz Südböhmische Papierwerke. 1950 wurde Sklář unter dem Vorwand finanzieller Machinationen verurteilt und gefangen genommen. Das Hauptprogramm von Artypa wurde Druck und Herstellung von Prospekten, Etiketten und überzogenen Kartonagen für pharmazeutische Industrie und Kosmetik. Eine große Modernisierung des Betriebs erfolgte hauptsächlich nach dem Jahr 1980. Zur Zeit ist sein Besitzer die Gesellschaft Artypa s.r.o., die Produktion erhält sich ihren ursprünglichen Charakter, der Betrieb hat einen sehr guten Ruf und seine Produkte sind weit und breit bekannt.

Der ursprüngliche Betrieb Artypa im Jahr 1946, historisches Foto

Eine bunte Geschichte hat auch die Holubover Mühle, die bereits 1721 gestanden haben soll und deren Besitzer der Müller Melmer war. Im Jahr 1913 kauften die gut eingeführte Mühle die Bauern Jan Valenta ("Kuchař"), Václav Dítko ("Klíma") und Tomáš Frojda ("Hanuš") und gründeten eine Mühlengenossenschaft. Die Ergebnisse des Wirtschaftens waren sehr gut und im Jahr 1914 baute die Genossenschaft statt einer Furt zu Holubov eine neue Brücke. Im Jahr 1929 wurde die Holubover Mühle umgebaut, um ein Stockwerk erhöht, mit neuen Maschinen und einem Wasserkraftwerk ausgestattet. Im Jahr 1945 hatte die Genossenschaft bereits 182 Mitglieder von der breiten Umgebung. 1953 musste die Mühlengenossenschaft die verstaatlichte Mühle den "Südböhmischen Mühlen" übergeben. Nach zwei Jahren wurde die Mühle aufgehoben, die Einrichtung demontiert und weggefahren. Im Jahr 1958 übernahm die Mühle die Holubover landwirtschaftliche Einheitsgenossenschaft, die sie als Getreidelager benutzte.

Třísover Hammermühle, historisches Foto Třísover Hammermühle heute

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Ivan Svoboda, Gemeindechronist

Weitere Informationen:

Mikroregion Podkletí
Senzitive Karte der Mikroregion Podkletí
Mikroregion Podkletí - Bilderreiseführer
Geschichte der Mühlen und Sägewerke in der Region Český Krumlov
Geschichte der industriellen Produktion in der Region Český Krumlov



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