Borová
 

Mistelholz ist wohl um 1310 gegründet worden. Es wird erstmals namentlich 1445 im Urbar des Klosters Zlatá Koruna als MISTENHOLZ - BOROWA erwähnt. Es liegt 2,5 km nördlich von Kalsching in einer Talmulde umgeben vom Ochsenberg, Kreuzberg und Mistelberg. Der Kirchweg ging am Mistelberg entlang nach Kalsching. Der Name Mistelholz leitet sich von der Mistel her (der tschech. Name Borowa von bor = Föhre). In der Steuerrolle von 1652 heißt der Ort Mystlholz, 1681 Mistlholz, in Johann Sommers Buch "Das Königreich Böhmen" von 1841 steht Mistelholz. Gebräuchlich war bis 1945 die Schreibweise MISTLHOLZ. Zu Mistlholz gehörte Mistelholzkollern und Spiegelhütten. Der Ort Mistelholz allein hatte 1939 bei der Volkszählung 51 Häuser und 226 Einwohner. Bis 1840 gehörte auch der Ort Hödlwald zu Mistelholz, später dann zu Kalsching. Hödlwald wurde von Mistelholzer Bauern gegründet. Der 1. Siedler in Hödlwald (1653 ) war ein gewisser Kaspar Hödl aus Mistelholz (Hödl im Wald = Hödlwald).

Mistelholz - das ganze Tal

1787 gab es einen Waldstreit zwischen Mistelholz und Kalsching. Es ging um den Wald, der dem Planskerwald vorgelagert ist (Beingartel, Ofenberg, Rittersberg, Baumat ). Sowohl die Mistelholzer wie die Kalschinger gaben an, daß sie von den Rosenberger Fürsten das Nutzungsrecht dieser Waldungen erhalten haben. Die Urkunde der Mistelholzer war im Böhmerwaldmuseum in Oberplan bis 1945 zu sehen. Im Rechtsstreit siegten trotzdem die Kalschinger. Die Mistelhozer waren so erbost, daß der Bauer Johann Klement (Oiwrit) 1789 mit einem Pferdefuhrwerk zum Kaiser nach Wien fuhr, um zu protestieren.. Der Streit ging weiter bis 1810. In diesem Jahr kam es zu einem Vergleich.: Kalsching erhielt den wesentlich größeren Teil des Waldes, Mistelholz nur das Baumat.

1834 ging über Mistelholz ein starkes Gewitter nieder, und der Blitz setzte Haus Nr.l2 (Vögler) in Brand. 1911 wurde in Mistelholz eine einklassige Schule errichtet.

Der bedeutendste Mistelholzer ist Prof. Anton Klement (1880 - 1964). Er stammte vom Haus Nr.7 (Hödl). Er war politisch tätig und setzte sich nach 1918 für die unterdrückten Deutschen in der neu gegründeten ÈSR ein.

Das Haus Nr. 38 in der Ortschaft Borová, Foto : Petr Odložil Kapellchen auf dem Dorfplatz

Zu den ältesten Bauern in Mistelholz gehören nach dem Zinsregister von 1652 : Prokschy, Rüpaur, Hödl, Wirth, Khotter, Klötzer, Meydl, Maurer, Publ, Mattheisel, Reiff, Vögler, Schuster, Traschepaur.
Anmerkung: Publ = Buabler = Tschunko

Die größten Bauern waren 1945: Vögler (ca.35 ha), Oiwrit (ca. 34 ha), Meidl (ca.32 ha), Buabler (ca. 28 ha).

Borová in Jahre 1954, Panoramafoto

MISTELHOLZ-KOLLERN: Eine Siedlung, die von Köhlern errichtet worden war (1586 erwähnt). Deshalb auch der Name Köhlerhäuser („Kulerheiser" im Volksmund genannt ). Der Ort hatte 1939 nur 41 Einw. und 14 Häuser.

Mistelholzkollern - Detail

SPIEGELHÜTTEN: Vier Kilometer nördlich von Kalsching gelegen, östlich von Mistelholz, nahe der BezirksstraBe nach Budweis. Ehemals eine Glashütte (gegründet 1673 - 77), wo Spiegelglas hergestellt wurde. Im Jahre 1708 wird der Betrieb aber wieder eingestellt. Der Ort hatte 1939 nur 16 Einw. und 6 Häuser.
Gegenwärtige Nutzung: Kámen a písek, spol. s r.o.

Mistelholz - Spiegelhütten

 

Weitere Informationen :
Chvalšiny
Geschichte der Gemeinde Chvalšiny
St. Maria Magdaléna Kirche in Chvalšiny
Bedeutende Objekte in Chvalšiny
Museum des Schwarzenberger Schwemmkanals in Chvalšiny
Schloß Èervený Dvùr
Schwarzenberger Schwemmkanal
Josef Rosenauer
Hejdlov
Chvalšiny - Literatur



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