St.-Wenzels-Fest in Èeský Krumlov
 
Programm des Festes   Hl. Wenzel - Patron des Landes Böhmen
Legende über den hl. Wenzel   ST.-WENZELS-TRADITION IN ÈESKÝ KRUMLOV

  St.-Wenzels-Münze
zu Ehren des hl. Wenzels, Patron des Landes Böhmen und der Stadt Èeský Krumlov
Herbstfeier voll von gutem Essen und Trinken, viele Spiele, Musik sowie Gesang

Von alten rosenbergischen Chroniken stellen wir fest, dass unsere Vorfahren gern feierten und sich amüsierten. Auch das heutige Èeský Krumlov ist eine lebendige und kosmopolitische Stadt, deren Bewohner Besucher aus aller Welt einladen, die fabelhafte Atmosphäre des St.-Wenzels-Festes zu erleben.

Das dreitägige Programm des letzten September-Wochenendes - traditionell mit dem Fest des hl. Wenzels verbunden - eröffnet am Stadtplatz der St.-Wenzels-Markt mit Erzeugnissen der Töpferwerkstätten, Spitzenwirkerinnen, Meister Schmiede und weiteren originellen Produkten.

Naschkatzen kommen auch auf ihre Kosten, beim Fest darf gutes Essen und Trinken nicht fehlen - Pflaumenknödel, Brezeln, Bratwürste, Sauerkraut, Wein und Met. Die Esser können am Wettkampf im Verzehren von Pflaumenknödeln beim Knödel Cup teilnehmen. 10 gewählte Restaurants bieten ein spezielles St.-Wenzels-Menü an - Spezialitäten der böhmischen Küche, zubereitet nach alten Rezepten aus traditionellen Zutaten.

St.-Wenzels-Markt mit Kulturprogramm (Stadtplatz Námìstí Svornosti), Foto: Lubor Mrázek   Präsentation der Partnerstädte im Rahmen des St.-Wenzels-Marktes, Foto: Lubor Mrázek

Alle Männer und Jungen, die den Namen des Patrons tragen, werden aufgefordert zu kommen und den Rekord der Zahl der Wenzel an einer Stelle an einem Tag zu schlagen - vielleicht beweisen wir, dass der Name des Patrons des Landes Böhmen, des Heiligen Wenzels zu den häufigsten in der Tschechischen Republik gehört.

In der Stadt ertönt an diesen drei Tagen Musik verschiedener Genres, in der Kirche und im Kloster finden Konzerte klassischer Musik statt, am Stadtplatz Auftritte der Folkloreensembles, der Ensembles für historische Tänze in der Prälatur, Musik wird auch in zehn gewählten Museen und Galerien in der St.-Wenzels-Nacht ertönen, wo ihre Expositionen ihren Besuchern frei zugänglich werden.

St. Wenzels Fest - Veranstaltungskarte

Für Sportler ist die St.-Wenzels-Wanderung auf den Gipfel des höchsten Berges von Blanský les Kle (1.083 m ü. d. M.) bestimmt, eine Belohnung für alle wird nicht nur die wunderbare Aussicht in die Landschaft sein, sondern auch Gespräche über die Kometen, Sterne und Planetoiden im Observatorium Kle. Das Observatorium Kle gehört zu der Weltspitze und ist eine der erfolgreichsten Einrichtungen der Welt im Entdecken neuer kosmischer Objekte, das am Projekt der Identifikation der für die Erde gefährlichen Körper. Bei der Besichtigung des Observatoriums stellen wir fest, dass die Stadt Èeský Krumlov seinen Planetoiden hat und selbst der Name Wenzel im Weltall nicht unbekannt ist.

Václav Kadoun aus Adamov - der größte Wenzel auf dem Fest, Foto: Lubor Mrázek   Sieger des St.-Wenzels-Wettbewerbs Jan Vaníèek aus Prag und Jitka Zikmundová während der Überreichung des Hauptpreises - zweitägigen Aufenthaltes in Èeský Krumlov, Foto: Lubor Mrázek

Fehlen darf nicht einmal ein Kinderprogramm - im Rahmen des „Tages der offenen Herzen“ werden Kinder in Begleitung einer erwachsenen Person freien Eintritt in eine Reihe von interessanten Expositionen sowie auf den Schlossturm haben.


Programm

24. 9. - 26. 9. 2004
Bestandteil des reichen Programms sind der St.-Wenzels-Markt am Stadtplatz Námìstí Svornosti, ein Versuch der Unterbietung des Rekords der Zahl der Wenzel an einem Ort an einem Tag, das St.-Wenzels-Konzert, ein buntes Musikprogramm auf der Bühne am Stadtplatz Námìstí Svornosti und viele weitere Lockmittel und Attraktionen niemand wird sich langweilen.

Museen und Galerien öffnen ihre Tore für das 3. Nacht-Rendezvous mit Kunst in Èeský Krumlov während der St.-Wenzels-Nacht der geöffneten Museen und Galerien.

Ein kulinarisches Erlebnis bieten ausgewählte Krumauer Restaurants an, die ein spezielles St.-Wenzels-Menü von dem Besten vorbereiten, was die böhmische Küche anbietet. Der Schlosskeller verbirgt Schätze, an denen sich die Liebhaber guter Weine aus Mähren, aber auch aus entfernten Ländern erfreuen.


Während des ganzen Festes :
St.-Wenzels-Menü - traditionelle böhmische Spezialitäten in 10 gewählten Krumauer Gaststätten und Restaurants: Don Julius, Hospoda na Louži, Maštal, Restaurant des Hotels Dvoøák, Restaurant des Hotels OLD INN, Restaurant des Hotels Rùže, Šatlava, Švamberský dùm, U Dwau Maryí, U písaøe Jana

Pflaumenknödel

Traditionelle böhmische Pflaumenknödel (nicht nur für die Kämpfer vom KNÖDEL CUP!) - sind während des ganzen Festes im Restaurant des Hotels OLD INN zu verkosten.

Slávek Vogelmut - Repräsentant von Èeský Krumlov im Wettkampf der Partnerstädte im Verzehren von Pflaumenknödeln, Foto: Jana Zuziaková, Èeskokrumlovské listy   Petr Zikmund - Vertreter des Sponsors des Festes - Gesellschaft Würth, GmbH. - zählt als Chef der Jury verzehrte Knödel, Foto: Jana Zuziaková, Èeskokrumlovské listy

Eintritt: bis auf die im Programm angeführten Ausnahmen für alle Veranstaltungen des St.-Wenzels-Festes Eintritt FREI!

Veranstalter:
Stadt Èeský Krumlov, Stadttheater Èeský Krumlov gemeinnützige Gesellschaft, Entwicklungsfonds von Èeský Krumlov GmbH.

Schau der südböhmischen Folkloreensemlbes - Haus für Kinder und Jugendliche Èeský Krumlov

Sponsoren:
Agentur Dobrý den, Firma Valenta, WÜRTH, GmbH, Vidox GmbH

Das Fest wurde vom Kreisamt des Südböhmischen Kreises unterstützt

Mediale Partner:
Tagblatt Deníky Bohemia - Èeskokrumlovské listy, Rundfunk Èeský rozhlas Èeské Budìjovice, Offizielles Informationssystem der Region Èeský Krumlov, TV GIMI.

Jihoèeské Deníky Bohemia, Logo   Èeský rozhlas Èeské Budìjovice, Logo

Logo des Offiziellen Informationssystem der Region Èeský Krumlov, Author Ema Majerová - EM GRAFIKA   TV GIMI, Logo

Touristenservice:
INFOCENTRUM, Námìstí Svornosti 2, 381 01 È. Krumlov
Tel./Fax : +420 380 704 622/19, E-Mail: info@ckrumlov.cz

Zum St.-Wenzels-Fest nach Èeský Krumlov sind alle herzlich eingeladen !


Hl. Wenzel - Patron des Landes Böhmen

  Außerordentliche Besichtigung der Kapelle St. Wenzel während der St.-Wenzels-Besichtigung der Kirche St. Veit - Information gibt Mag. Petr Pavelec, Foto: Lubor Mrázek
Der Przemysliden-Fürst hl. Wenzel, Patron des Landes Böhmen, gehört zu den ersten historisch nachgewiesenen böhmischen Herrschern. Als Sohn des Fürsten Wratislaw, Enkel der hl. Ludmila und Boøivoj, des ersten Przemysliden-Herrschers, wurde er um das Jahr 907 geboren. Nach der St.-Wenzels-Tradition wird er als außergewöhnlich hochgebildeter, gottesfürchtiger und stark gläubiger Herrscher beschrieben.

In der Kindheit und frühen Jugend wuchs er unter dem Einfluss seiner Großmutter, der hl. Ludmila auf, was Wenzels Mutter Drahomíra mit Befürchtungen, persönlichem Groll und Hass trug, deshalb ließ sie die hl. Ludmila im Jahr 921 (am 15. September) ermorden. In den Zusammenhang mit dem Märtyrertod des hl. Wenzels wird der Streit mit dem deutschen Herrscher Heinrich dem Vögler gesetzt, der im Jahr 929 mit Versöhnung, Treueid und Entrichtung einer Friedensgebühr - Tributs endete, der aus jenen bekannten 500 Spangenbarren Silber und 120 Ochsen bestand, was oft als Bemühung um die Unterstellung Böhmens dem stärkeren, einflussreicheren und mächtigeren Deutschland verstanden wurde. Wenzels friedliche Lösung des Konfliktzustands rief eine gehässige Stellung Wenzels Bruders Boleslaw hervor und schließlich wurde sie, gemeinsam mit Wenzels übermäßiger Gottesfürchtigkeit und glühendem Glauben, Vorwand zum Brudermord. Nach der Tradition wurde der hl. Wenzel auf Befehl seines Bruders Boleslaw am 28. September 935 in Stará Boleslav ermordet, obwohl im europäischen und böhmischen Milieu des Frühmittelalters dynastische Morde, Gewalt und Likvidation der Konkurrenzgeschlechter oder Gegner eine völlig übliche und verbreitete Erscheinung sind. Ältere historische Werke führen als Jahr des Mordes auch die Jahreszahl 929 an und lassen sie zu, deshalb fand die großartige Feier des St.-Wenzels-Millenniums - 1000 Jahre des Märtyrertodes schon im Jahr 1929 statt.

Sehr früh nach seinem Tode wurden der hl. Wenzel und die hl. Ludmila bedeutende Nationalheilige, Patrone des Landes Böhmen, und bald begannen auch die ersten kirchenslawischen, lateinischen und später auch tschechischen Legenden über ihr Leben zu entstehen. Um die Entstehung des St.-Wenzels-Kultus und die Heiligsprechung machte sich bereits am Ende des 10. Jahrhunderts insbesondere der zweite Prager Bischof, der hl. Adalbert verdient. Vom 12. Jahrhundert ist auch der feierliche Choral Svatý Václave, vévodo èeské zemì (Heiliger Wenzel, Herzog des Landes Böhmen) bewiesen, der zu einer gewissen tschechischen Hymne wurde und in dem man sich an den hl. Wenzel als Beschützer und Helfer wendete.

Der hl. Wenzel wird in der christlichen Tradition am häufigsten in seiner Rüstung, mit eisernem Hemd, mit dem Fürstenhut oder Helm, mit einem Schwert und Schild in der Hand und mit der Fahne mit dem przemyslidischen Adlerweibchen (wie Parlers St.-Wenzels-Statue in der St.-Wenzels-Kapelle in der St.-Veits-Kathedrale auf der Prager Burg), oft auch als bewaffneter Reiter zu Pferd (wie auf Myslbeks Reiterdenkmal des hl. Wenzels am Wenzelsplatz in Prag) abgebildet. Heute werden die sterblichen Überreste des hl. Wenzels in der St.-Wenzels-Kapelle im Hradschiner St.-Veits-Dom aufbewahrt, die über dem Grab des Heiligen gebaut wurde.

Mgr. Martin Jakab
Regionalmuseum Èeský Krumlov


Legende über den hl. Wenzel
Etwa um 960

Sieh da, nun hat sich das prophetische Wort bewahrheit, das selbst unser Herr Jesus Christus gesagt hat: Es kommt sicher in den letzten Tagen vor, und die, wie wir vermuten, sind gerade jetzt, der Bruder erhebt sich gegen seinen Bruder und der Sohn gegen seinen Vater, und dem Menschen werden seine Heimischen zu Feinden. Denn die Menschen werden unbarmherzig zu sich sein, aber Gott entgilt ihnen nach ihren Taten.

Es war ein Fürst in Böhmen namens Wratislaw und seine Frau wurde Drahomíra genannt. Es wurde ihr erstgeborener Sohn geboren und bei der Taufe wurde ihm der Name Wenzel gegeben. Als er aufwuchs und es nötig war, ihm die erste feierliche Haarschur zu erteilen, lud sein Vater Wratislaw einen Bischof mit seinem Notar sowie mit seiner Geistlichkeit zu ihnen ein. Im Dom der heiligen Maria wurde für ihn eine Messe gesungen, und dann nahm der Bischof den Jungen und stellte ihn an der Ecke der Stufe vor dem Altar und segnete ihn mit diesen Worten: "Herr Jesu Christe, segne diesen Jungen, wie du alle deine Gerechtigen gesegnet hast." Und so wurde er mit dem Segen geschoren. Deshalb vermuten wir, dass der Junge durch den Segen dieses Bischofs und dessen fromme Gebete aufzuwachsen begann, durch Gottes Gnaden geschützt. Seine Großmutter Ludmila ließ ihn in slawischen Büchern unter der Leitung eines Priesters lehren, und er eignete sich gut ihren Sinn an. Wratislaw schickte ihn dann nach Budeè, dort begann der Junge lateinische Bücher zu lernen und er eignete sie sich gut an.

Als sein Vater Wratislaw starb, setzten die Böhmen seinen Sohn, Fürsten Wenzel auf den Erbthron ein. Sein Bruder Boleslaw wuchs unter ihm auf, denn beide waren noch klein. Aber ihre Mutter Drahomíra versicherte das Land und verwaltete das Volk, bis Wenzel heranwuchs, und als er heranwuchs, hob er an selbst sein Volk zu verwalten. Er hatte vier Schwestern, die wurden in verschiedene Fürstentümer verheiratet und ausgestattet. Durch Gottes Gnaden erlernte Fürst Wenzel wirklich nicht nur gut die Bücher, sondern auch im Glauben war er vollkommen. Allen Dürftigen erwies er Wohltaten, Nackte zog er an, Hungrige nährte er, Reisende empfing er nach den Worten des Evangeliums, an den Witwen ließ er kein Unrecht tun, alle armen sowie reichen Leute liebte er, er wartete allen Dienern Gottes auf, Kirchen schmückte er mit Gold. Da er mit seinem ganzen Herzen an Gott glaubte, tat er zu seinen Lebzeiten alle guten Werke, die er nur konnte.

Und böhmische Männer wurden hochmütig, ihr Fürst war ja noch jung, und der Teufel gab ihnen in die Herzen wie früher ins Herz Judas, Verräter des Herrn ein, sich gegen ihren Herrn Wenzel zu erheben wie die Juden gegen Christus. Denn es steht geschrieben, dass jeder, wer sich gegen seinen Herrn erhebt, Judas ähnlich ist. Diese redeten also Boleslaw ein: Dein Bruder Wenzel will dich töten und er vereinbarte es mit seiner Mutter und mit seinen Männern. Die bösen Hunde stifteten Wenzel vorher auch an, seine Mutter ohne eine Schuld zu vertreiben. Aber Wenzel war sich bewusst, was die Gottesfurcht ist, und erschrak vor dem Wort, das sagt: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren und deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Um alle Gerechtigkeit Gottes zu erfüllen, brachte er seine Mutter zurück und büßte sehr und unter Tränen sagte er: Herr Gott, befinde es mir nicht für eine Sünde. Und er erinnerte sich auch an das Wort des Propheten David, der sagte: Erinnere dich nicht an Sünden meiner Jugend und meine Unwissenheiten, Herr. Er büßte also und ehrte seine Mutter, diese erfreute sich dann an seinem Glauben und an guten Werken, die er tat. Denn er erwies nicht nur Armen und Unglücklichen und Reisenden und vielen anderen Wohltaten, wie oben gesagt, sondern er kaufte auch die los, die in die Sklaverei verkauft wurden. Auf allen Burgen baute er sehr schön Kirchen auf und in ihnen kümmerte er sich großartig um die Diener Gottes von vielen Völkern, die dort tags und nachts nach der Bestimmung Gottes und seines Dieners Wenzel Gottesdienste lasen. Und wie ihm Gott ins Herz einlegte, baute er die Kirche des heiligen Veit auf. Boleslaw jedoch, seinem Bruder, der gegen ihn eingeredet wurde, säte der Teufel Zorn ins Herz, dass er ihn töten soll, und so würde seine Seele nicht in alle Ewigkeit erlöst. Als der Tag des heiligen Emmeramus näherte, dem der heilige Wenzel fromm ergeben war und sich an diesem Tag erfreute, luden die bösen Hunde Boleslaw ein und taten mit ihm eine teuflische Beratung über seinen Bruder Wenzel wie einst die Juden über unseren Herrn Jesus Christus.

Jederzeit, wenn irgendwo eine Kirchweih gefeiert wurde, pflegte Wenzel in alle Dome zu fahren. So kam er in die Burg Boleslaws am Sonntag zum Kosmas- und Damians-Fest. Als er sich die Messe anhörte, machte er sich auf den Weg heim nach Prag. Aber Boleslaw hielt ihn mit einer niederträchtigen Absicht auf und sagte ihm: Warum gehst du weg, Bruder? Wir haben ja auch ein gesundes Getränk. Er sagte also dem Bruder nicht ab, sondern er bestieg sein Pferd und eröffnete ein Spiel mit seinem Gefolge auf der Burg Boleslaws. Und da vermuten wir, dass man ihm sagte: Bruder Boleslaw will dich töten. Aber er glaubte es nicht und empfahl es Gott. Als die Nacht kam, versammelten sich die bösen Hunde auf dem Gehöft eines der Mörder, Hnìvsa, riefen Boleslaw und mit ihm vereinbarten sie die teuflische Absicht gegen seinen Bruder. Denn wie sich einst die Juden versammelten und Ränke gegen Christus schmiedeten, so kamen diese bösen Hunde zusammen und berieten sich, wie sie ihren Herrn Fürsten Wenzel umbringen könnten. Und sie sagten: Wenn er zur Frühmesse geht, damals lauern wir ihm auf.

Morgen früh läutete man zur Frühmesse. Sobald Wenzel die Glocke hörte, sagte er: Danke dir, Herr, dass du mir gegeben hast, diesen Morgen zu erwarten. Und er stand auf und ging zur Frühmesse. Gleich im Tor erreichte ihn Boleslaw. Wenzel schaute sich nach ihm um und sagte: Bruder, gestern hast du uns gut aufgewartet. Ans Ohr Boleslaw neigte sich der Teufel und verdarb sein Herz, so dass er ihm antwortete: Nun will ich dir besser aufwarten. Nach diesen Worten schlug er ihn mit dem Schwert in den Kopf. Wenzel wendete sich ihm zu und sagte: Was ist dir eingefallen, Bruder? Und nach diesen Worten ergriff er ihn und schlug ihn zu Boden. Da eilte ein gewisser Tuža herbei und hieb Wenzel in die Hand. Der, verletzt an der Hand, ließ den Bruder los und lief in den Dom. Da schlugen ihn zwei Teufel genannt Tira und Èesta im Kirchentor tot. Hnìvsa sprang dann zu und durchbohrte ihm die Seite mit dem Schwert. Wenzel hauchte sofort seine Seele aus mit den Worten: In deine Hände, Herr, empfehle ich meine Seele. In der Burg töteten sie auch einen gewissen Mstina, vornehmen Mann Wenzels, die übrigen trieben sie dann nach Prag, einige ermordeten sie und andere flohen im Land auseinander. Auch Säuglinge mordeten sie seinetwegen hin. Viele Frauen verheirateten sie mit anderen Männern, die Diener Gottes vertrieben sie und begangen jede Menge Teufelswerke. Tira sagte dann Boleslaw: Kommen wir und töten wir auch eure Mutter, so betrauerst du auf einmal den Bruder sowie die Mutter. Boleslaw sagte jedoch: Sie hat keinen Ort, wohin sie sich wenden soll, bis wir mit anderen fertig sind. Und sie gingen weg und ließen Wenzel zerhauen und nicht entfernt. Da nahm ihn der Priester Krastìj und legte ihn vor der Kirche und deckte ihn mit einer Plache. Sobald die Mutter hörte, dass ihr Sohn ermordet wurde, kam sie und suchte nach ihm. Und als sie ihn erblickte, fiel sie unter Tränen auf sein Herz und sammelte alle Glieder seines Körpers, sie wagte es jedoch nicht sie zu sich nach Hause zu bringen, sondern sie wusch sie und zog sie in der Wohnung des Priesters an, und dann brachte sie sie in die Kirche und legte sie dorthin. Und da sie Angst hatte, dass sie ermordet werden wird, floh sie nach Kroatien, sodass Boleslaw sie nicht mehr hier erreichte. Und er berief einen Priester namens Paul, ein Gebet über dem Körper Wenzels zu tun.

Sie begruben dann den ehrwürdigen Körper Wenzels, des guten und gerechten Verehrers Gottes und Liebhabers Christi, seine Seele begab sich dann zu Gott, dem er mit Frömmigkeit und Furcht diente. Sein Blut wollte jedoch drei Tage lang nicht in den Boden einsickern. Erst am dritten Tag, wie alle sahen, verlor sich sein Blut und ging in der Kirche über ihm auf, sodass alle verwundert waren. Wir hoffen jedoch auf Gott, dass er auf Befürwortungen des frommen und guten Mannes Wenzel ein noch größeres Wunder zeigt. Denn sein Leiden glich wirklich dem Leiden Christi und der heiligen Märtyrer. Man beriet ja über ihn wie die Juden über Christus, zerhieb ihn gleich wie Petrus und Säuglinge wurden seinetwegen hingemordet wie auch wegen Christus.

Fürst Wenzel wurde dann am 28. Tag des Monats September ermordet. Gott erteilte Frieden seiner Seele an der Stelle der ewigen Ruhe mit allen Gerechten, sowie mit denen, die seinetwegen ermordet wurden, obwohl sie unschuldig waren. Gott ließ jedoch seine Auserwählten nicht zum Spott der Ungläubigen, sondern er sah sie mit seiner Barmherzigkeit an und wendete ihre steinernen Herzen zur Buße und zum Bekenntnis der Sünden. So erinnerte sich auch Boleslaw, wie große Sünde er beging, er betete zu Gott und allen seinen Heiligen und brachte den Körper seines Bruders, gerechtigen Mannes Wenzel, nach Prag und sagte: Ich habe gesündigt und bin mir meiner Sünde bewusst. Man legte ihn in der St.-Veits-Kirche auf der rechten Seite des Altars der zwölf Apostel, wo er selbst beim Bau des Doms sagte. Der Körper des Fürsten Wenzel, Liebhaber Christi, wurde am 4. Tag des Monats März übergetragen. Gott bringe seine Seele im Schoß Abrahams, Isaaks und Jakobs unter, wo alle Gerechten ruhen und auf die Auferstehung ihrer Körper in Jesu Christi, unserem Herrn, dem Ruhm für alle Zeiten sei, warten. Amen.

Mgr. Martin Jakab
Regionalmuseum Èeský Krumlov


St.-Wenzels-tradition in Èeský Krumlov

Am 26. bis 28. September 2003 wird in Èeský Krumlov das II. St.-Wenzels-Fest veranstaltet. Es findet zu Ehren des heiligen Wenzels, Patron des Landes Böhmen und der Stadt Èeský Krumlov statt, und zugleich ist es nach dem Kulturkalender für das Jahr 2003 eine “Herbstfeier des guten Essens und Trinkens, mit viel Unterhaltung und Spielen”.

Das II. St.-Wenzels-Fest 2003 wird, gleich wie das vorjährige, eine unterhaltsame und kommerzielle Seite haben (St.-Wenzels-Markt am Stadtplatz, St.-Wenzels-Menü in Restaurants, Versuch den vorjährigen Rekord der Zahl der Wenzel an einem Ort an einem Tag zu schlagen usw.). Die Veranstalter vergessen jedoch nicht einmal den geistlichen Inhalt des Festes. Den geben ihm nicht nur feierliche Gottesdienste, sondern auch Konzerte, Kulturveranstaltungen mit der St.-Wenzels-Thematik und auch das 2. nächtliche “Rendez-vous” mit Kunst anlässlich der zweiten St.-Wenzels-Nacht der offenen Museen und Galerien mit einem Angebot an Expositionen, Ausstellungen und Musikauftritten, die für den Samstag, den 27. September 2003 von 20.00 bis 24.00 Uhr vorbereitet wird.

Es gehört sich bei diesem Anlass wenigstens kurz an die Geschichte der St.-Wenzels-Verehrung zu erinnern, die mit der Erklärung des im Jahr 935 ermordeten Fürsten Wenzel kurz nach seinem Tode zum Heiligen und Patron des Landes Böhmen unwegdenkbar verbunden ist. Zu seiner Ehre entstand im 12. Jahrhundert das zweitälteste tschechische geistliche Lied Svatý Václave, vévodo èeské zemì (Heiliger Wenzel, Herzog des Landes Böhmen).

In Èeský Krumlov können wir die St.-Wenzels-Tradition bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts verfolgen. Kurz nach der Verbindung der Besitzungen der Herren von Krumlov und Rosenberg im Jahr 1302 ließ Peter I. von Rosenberg, der in den Jahren 1310 - 1347 Krumauer Herrscher war, an der Pfarrkirche die Kapelle St. Wenzel bauen (heute siedelt in diesem Haus in der Kostelní-Gasse Nr. 161 die Kunstschule). Diese Kapelle ist z. B. in einer Urkunde aus dem Jahr 1347 schriftlich bewiesen.

Zu Ehren des hl. Wenzels ist traditionell einer der Altäre der Pfarrkirche St. Veit geweiht. Die Existenz des St.-Wenzels-Altars beweisen Urkunden z. B. aus den Jahren 1439, 1508 oder 1562. Den Altar St. Wenzel finden wir auch in der heutigen Pfarrkirche. Er ist im neugotischen Stil und stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

An die Kirche St. Veit liegt die sog. Winterkapelle an, neu gebaut aus der nördlichen Sakristei und im Jahr 1997 dem hl. Wenzel geweiht. Das Altarbild des hl. Wenzels malte MUDr. Václav Bedøich aus Èeský Krumlov.

Ein anderer Beweis der Verehrung des hl. Wenzels ist die Ausschmückung der Krumauer Gebäude. Zum Beispiel im Erdgeschoss des Bürgerhauses Nr. 15 in der Latrán-Gasse blieben gotische Wandmalereien aus dem Beginn des 15. Jahrhunderts erhalten. Der hl. Wenzel ist hier in der Gesellschaft weiterer Landespatrone - des hl. Adalberts, hl. Veits, hl. Sigismunds, der hl. Ludmila und des hl. Prokops abgebildet. Ein anderes Beispiel können Renaissancemalereien in den Lünetten unter dem Gesims des ehemaligen Jesuitenkollegs, heute Hotel Rùže in der Horní-Gasse Nr.154, sein. Die Gestalt des hl. Wenzels mit der Fahne finden die Zuschauer leicht in der Lünette links über dem Tor von der Straße. An der Stirnseite der klassizistisch gestalteten Fassade des Hauses Nr. 74 in der Široká-Gasse blieb ein Medaillon mit der Abbildung des hl. Wenzels und eines weiteren Heiligen erhalten. Die Marienpestsäule am Stadtplatz trägt außer der Zentralplastik der Jungfrau Maria eine ganze Galerie von Heiligen - Patronen der Stadt und Helfern gegen die Pest, die von Matìj Václav Jäckel in den Jahren 1714 - 1716 geschaffen wurde. Die Plastik des hl. Wenzels ist in der oberen Reihe gemeinsam mit den Statuen des hl. Veits, hl. Johannes des Evangelisten und hl. Juda Thaddäus angebracht. Ein weiteres Beispiel der St.-Wenzels-Verehrung ist die Plastik des hl. Wenzels von Johann Anton Zinner (1747) von der Bildhauerausschmückung der Mantelbrücke auf dem Schloss. Das Original wird im Schlosslapidarium aufbewahrt und auf der Brücke wurde eine Kopie installiert.

Eine andere Form der Verehrung des hl.Wenzels war das Singen des St.-Wenzels-Chorals. Dazu bezieht sich unter anderem die hervorragende Tat des ersten Krumauer infulierten Prälaten Jiøí Bílek von Bílenberk, der vor seinem Tode im Jahr 1657, also vor 346 Jahren, eine Stiftung zu Ehren des Landespatrons hl. Wenzel gegründet hat, dass “jeden Sonntag und Festtag nach der heiligen Frühmesse der St.-Wenzels-Choral gespielt und gesungen werden soll”.

An diese Tradition erinnerten die Mitglieder des Krumauer Vereins Ètenáøská beseda, als sie im Jahr 1934 am Gebäude der Prälatur in der Horní-Gasse die Gedenktafel von J. Bílek von Bílenberk feierlich enthüllten. ( Die Gedenktafel rissen deutsche Ordner im Herbst 1938 ab und erneuert wurde sie erst 1997).

Zu der hiesigen St.-Wenzels-Tradition gehören also auch Ereignisse aus dem jüngst vergangenen Jahrhundert. Zu den bedeutendsten von ihnen reiht sich bestimmt die St.-Wenzels-Feier, die am 27. und 28. Oktober 1945, also an Werktagen - Donnerstag und Freitag stattfand. Die Feier fand im ganzen Staat statt. Auf Wunsch der tschechoslowakischen Regierung sollte das St.-Wenzels-Fest im ersten Jahr der befreiten Republik mit besonderer Pracht gefeiert werden. Und so begann die Feier in Èeský Krumlov, im Bezirk sowie im ganzen Land am 27. Oktober mit einem halbstündigen Abendgeläute aller Glocken. An den Krumauer Stadtplatz kam dann ein feierlicher Zug mit Fackeln aus der Kirche St. Veit und nach dem St.-Wenzels-Choral hielten die Kommandanten der hiesigen Besatzungen der tschechoslowakischen und amerikanischen Armee eine Rede. Staatshymnen spielte die Kapelle der U.S.Army. Am Morgen, dem 28. Oktober fand ein feierliches Defilee aller Krumauer Militärformationen am Stadtplatz statt, dann wurde in der Kirche St. Veit eine feierliche heilige Messe für die Kriegsopfer gelesen und das Programm der Feier des St.-Wenzels-Festes wurde mit einem Mittagskonzert vor dem Rathaus abgeschlossen.

Daraus ist zu ersehen, dass die Veranstalter des gegenwärtigen St.-Wenzels-Festes wirklich an etwas anzuknüpfen haben. Wünschen wir ihren Bemühungen Erfolg und viele zufriedene Teilnehmer - Bewohner der Stadt sowie deren Besucher.

Das Regionalmuseum in Èeský Krumlov trägt zu dem II. St.-Wenzels-Fest einerseits mit der Miniausstellung Exponat des Herbstes, andererseits mit der Eingliederung seiner Expositionen und Ausstellungen in die 2. St.-Wenzels-Nacht der offenen Museen und Galerien bei.

Mgr. Petr Jelínek
Direktor des Regionalmuseums Èeský Krumlov


Weitere Informationen :
Touristische Merkwürdigkeiten in der Stadt Èeský Krumlov
Service für Touristen in der Stadt Èeský Krumlov
Kultur und Gesellschaft in der Stadt Èeský Krumlov
Bedeutende Kulturveranstaltungen im Jahre 2002 in der Stadt Èeský Krumlov
Bedeutende Kulturveranstaltungenim Jahre 2003
Informationsservice der Stadt Èeský Krumlov
Kulturkalender der Stadt Èeský Krumlov
Kultur und Gesellschaft in der Region Èeský Krumlov


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