Alte Grabsteine
in der Stadt Èeský Krumlov

 

Für die meistverbreiteten epigraphischen Denkmäler in unseren Breiten können Grabsteine gehalten werden. Die die letzte Ruhestätte bestimmter Personen kennzeichnenden steinernen Grabplatten ergänzen das Bild des Kulturniveaus der jeweiligen Gesellschaft. In den tschechischen Landen kamen Grabsteine zuerst im Kreis der Herrscherfamilie sowie in den kirchlichen Kreisen vor, allmählich verbreitete sich ihr Gebrauch unter den Mitgliedern des höheren Adels, seit dem 16. Jahrhundert waren sie völlig geläufig sowohl bei niedrigen Adeligen als auch bei wohlhabenden Bürgern. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts fingen sie auch an, bei bedeutenden Herrenbeamten zur Geltung zu kommen, was sich dann im 17. und 18. Jahrhundert durchsetzte.

Zur Zeit sind in Èeský Krumlov 30 Grabsteine zu sehen. Ältere Literatur und Mareš´s Handschrift haben weitere 10 Grabsteine registriert, die infolge der veränderten Innendispositionen einiger Objekte nicht zu finden sind.

Beinahe alle Grabsteine wurden in der Vergangenheit von ihrer ursprünglichen Stelle entfernt und sind sekundär gelegt. Eine Ausnahme stellen Nr. 6 und 7, wahrscheinlich auch Nr. 16 dar.

Es ist selbstverständlich, daß Grabsteine mit Bestattungsstellen zusammenhängen, sowohl mit Friedhöfen unter freiem Himmel als auch mit Krypten in Räumen von Kirchengebäuden. In der Vergangenheit befanden sich einige solche Stellen in Èeský Krumlov - Krypten in der Kirche St. Veit, bis 1858 der Friedhof bei dieser Kirche, die Krypten im Minoritenkloster sowie in der anliegenden Klosterkirche, in den Jahren 1585 - 1892 der Friedhof bei der Kapelle St. Martin (der heutige Stadtpark). Soweit zu den Originalstellen der alten Grabsteine in Èeský Krumlov. Sehen wir uns nun die Gebäude an, in oder an denen sie heute angebracht sind. In der Kirche St. Veit in der Stadt Èeský Krumlov befinden sich sieben Grabsteine (Nr. 1 - 7), von denen die Grabsteine von Wilhelm von Rosenberg (Nr. 3) und seiner dritten Gattin Anna Marie von Rosenberg, geb. von Baden (Nr. 2) historisch die bedeutendsten sind und künstlerisch zu den wertvollsten zählen. An den Außenmauern dieser Kirche sind weitere fünf Grabsteine (Nr. 8 - 12) angebracht und in die Mauer des Kaplanhauses (Horní Nr. 159) sind drei Grabsteine (Nr. 13 - 15) eingesetzt. Im Areal des ehemaligen Minoritenklosters in der Stadt Èeský Krumlov finden wir einen Grabstein innen in der Klosterkirche (Nr. 16) und elf Grabsteine (Nr. 17 - 27) im Kreuzgang, wo sich zur Zeit ein Depositar des Bezirksheimatmuseums in Èeský Krumlov befindet. An der in den Museumshof gerichteten Innenseite der Schutzmauer neben dem Gebäude des Bezirksmuseums befinden sich drei Grabsteine (Nr. 28 - 30).

Die zeitliche Klassifikation der Grabsteine wurde dadurch erleichtert, daß die meisten Grabsteine (mit der Ausnahme von Nr. 1 und 18) in den Aufschriftentexten das Todesjahr der Person angeben, deren Namen sie tragen. Aus dem 16. Jahrhundert stammen zwölf Grabsteine, aus dem 17. Jahrhundert sechs, aus dem 18. acht und aus dem 19. Jahrhundert vier Grabsteine.

Die Schöpfer der meisten Grabsteine sind anonym geblieben. Nur bei den vier jüngsten (Anfang des 19. Jahrhunderts) kennen wir die Autoren der Bilder und Texte: Nr. 26 und 27 - Matyᚠ(Matthias) Sonnberger aus Vyšší Brod (Hohenfurt), Nr. 25 - Antonín Hatl, Nr. 30 - Josef Malinský.

Das Material, aus dem die Grabsteine gefertigt sind, ist in 14 Fällen Granit, in 4 Fällen Marmor, 6 Grabsteine sind aus Kalkstein und einer aus Sandstein.

In die eigentliche Liste sind nur die Grabsteine eingeschlossen, die gefunden worden sind, die anderen werden im Abschluß erwähnt. Die beschriebenen Grabsteine folgen je nach der Lokalität, wo sie gefunden wurden, oder, falls an den einzelnen Stellen mehrere Grabsteine vorkommen, wurde die Liste nach der Zeit ihres Entstehens zusammengestellt. Die Daten sind bei jedem Grabstein nach den gegenwärtigen Anforderungen an die Beschriftungen der epigraphischen Denkmäler angeführt.

Kirche sv. Vít - die Innenräume

  1. 70er Jahre des 16. Jahrhunderts. Weißer und roter Marmor.

    Höhe: 190 cm, Breite: 118 cm. In einem Rahmen aus rotem Marmor ist eine Platte aus weißem Marmor, darauf ein Reliefbild mit einer knienden Priestergestalt und der Gestalt des Evangelisten Johannes vor dem gekreuzigten Christus. Auf dem vom Betstuhl hängenden Tuch ist ein Wappen: Waldhorn mit Sichel, aus der ein Kreuz herauswächst. Über dem oberen Rahmenteil ein Ansatz aus weißem Marmor, darauf ein Reliefporträt eines Mannes (vielleicht Cetl). Auf dem unteren Rahmenteil ist eine Inschrift in zwei Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 1,5 bis 2 cm: GEORGIVS ZETEL NETOLICEN. CANONIC´ ECCLAE PRAGE. ARCHIDIA / CON´ BECHINEN. PAROCH´ CRVMNOVIEN.

    Der Grabstein ist in die Mauer rechts unter der Empore eingesetzt. Jiøí Netolický, genannt Cetl, Pfarrer in Èeský Krumlov, Prager Kanonikus, Erzdechant (Vikar) von Bechynì starb am 22. Mai 1577.

     Kirche St. Veit in Èeský Krumlov, Grabstein des Wilhelm von Rosenberg beim Eintritt in die Kapelle des hl. Johann von Nepomuk

  2. 80er - 90er Jahre des 16. Jahrhunderts. Roter Marmor. Höhe 206 cm, Breite 100 cm.

    Im Mittelteil der Platte befindet sich ein Oval, 100 cm hoch und 67 cm breit, darauf ein Reliefwappen der Markgrafen von Baden im Lorberkranz, über und unter dem Wappen befinden sich Reliefbänder ohne Aufschrift. Längs aller vier Ränder des Steines ist eine Aufschrift: Majuskel, Buchstabenhöhe 3 - 3,5 cm: ANNA MARIA MARCHIONISSA BADENSIS / COMES IN SPONHAIM ETC: PHILIBERTI MARCHIONIS BADENSIS COMITIS IN SPONHAIM: DVCIS / BAVARIAE ALBERTI SORORIS FILIA: GVILIELMI/VRSINI ROSENSIS CONIVX OBIIT TREBONAE ANNO M. D. X. VIIC. DIE XXV. APRILIS.

    Der Grabstein ist in die Mauer neben dem Eingang in die Kapelle des Hl. Johann Nepomuk eingesetzt. Anfangs war er ein Bestandteil eines großen Grabmals, das Peter Wok von Rosenberg in den 90er Jahren des 16. Jahrhunderts nach dem Tod Wilhelms von Rosenberg (gestorben 1592) erbauen ließ. Nach einem ziemlich bewegten Schicksal wurde das Grabmal im Jahre 1785 endgültig auseinandergenommen. Damals wurden die Grabplatten von Anna Marie von Baden und Wilhelm von Rosenberg in den Fußboden im Presbyterium eingesetzt, von wo sie 1848 entfernt und an die heutige Stelle gegeben wurden. Anna Marie, geborene Markgräfin von Baden, dritte Gattin Wilhelms von Rosenberg, verstarb am 25. April 1583 in Tøeboò.

     Kirche St. Veit in Èeský Krumlov, Grabstein der Anna Maria von Rosenberg, geb. von Baden, beim Eintritt in die Kapelle des hl. Johann von Nepomuk

  3. 90er Jahre des 16. Jahrhunderts. Roter Marmor. Höhe 207 cm, Breite 98 cm.

    Im Mittelteil der Steinplatte befindet sich ein Oval mit der Höhe 97 cm, versehen mit dem Rosenberger Reliefwappen mit dem Orden des Goldenen Vliesses in einem Lorberkranz, über und unter dem Wappen befinden sich Reliefbänder ohne Aufschrift. Entlang aller vier Ränder steht folgende Aufschrift: Majuskel, Buchstabenhöhe 2,5 - 3,5 cm: GVILIELMVS VRSINVS DOMVS ROSENBERGICAE GVBERNATOR. AVREI VELLERIS EQVES, D. D: IMPP: FERDINANDO I. ET/ MAXIMILIANO II. A CONSILIIS NOSTRO RODOLPHO/ ETIAM AD ARCANIS, SVPREMVS REGNI BOHEMIAE BVRGGRAVIVS ETC: PRAGAE PRID. CAL. SEPT. M. D. X. CII. AETATIS SVAE ANNO / LVII. VITA FVNCTVS. CVIVS ANIMA DEO VIVAT.

    Der Grabstein ist in die Mauer neben dem Eingang in die Kapelle des Hl. Johann Nepomuk eingesetzt. Er hatte ein mit dem Stein Nr. 2 gemeinsames Geschick. Wilhelm von Rosenberg starb am 31. August 1592 in Prag.

  4. 30er Jahre des 18. Jahrhunderts. Kalkstein. Höhe 75 cm, Breite 44 cm.

    Auf der ganzen Fläche befindet sich die Aufschrift in 10 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 3 - 4 cm. Die ersten fünf Zeilen sind schon dermaßen beschädigt, daß sie unlesbar sind. Der Text in den eckigen Klammern wurde Mareš´s Handschrift entnommen: [ANNO 1733/ DEN 28. MAY IST/ VERSCHIDEN/ ...LIIS WIL/HELMUS PRAE]/SEINES ALTERS/IN SIBENTEN/ IAHR GOTT GE/ BE IHM DIE EWI/ GE RUHE

    Der Grabstein ist im Fußboden unter der zum Prälatenoratorium führenden Treppe. Ursprünglich war er wahrscheinlich auf dem Friedhof St. Martin.

  5. 30er - 40er Jahre des 18. Jahrhunderts. Granit. Höhe 91 cm, Breite 53 cm.

    Auf der ganzen Fläche der Steinplatte befindet sich eine Aufschrift (Chronogramm) in 9 Zeilen: Majuskel, kleinere Buchstaben 3 cm, größere 5 cm hoch (diese sind im Text unterstrichen, denn sie sind eigentlich Römische Ziffern, deren Summe das Todesjahr darstellt): HIER RVHET/ THERESIA FRAN. FOR-/ TININ DIE IN IAHR/ 1694 GEBOHREN/ 1738.28. APRILIS IN/ CROMAV SELIG GE/ STORBEN GOTT/ GEBE IHR EVVIGE/ RVHE

    Der Grabstein ist in den Fußboden unter der zum Prälatenoratorium führenden Treppe eingesetzt. Ursprünglich war er wohl auf dem Friedhof St. Martin.

  6. 40er Jahre des 18. Jahrhunderts. Granit. Höhe 179 cm, Breite 89 cm.

    Auf der ganzen Fläche der Steinplatte steht eine Aufschrift in 9 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 6 bis 11 cm. Über der ersten Zeile befindet sich eine fürstliche Krone, über der vorletzten ein Schädel und gekreuzte Knochen: HIER LIGET/ DIE/ ARME SÜNDERIN/ ELEONORA./ BITTET FUR SIE./ OBIJT DIE 5. MAJI/ A. 1741.

    Der Grabstein ist in den Fußboden der Kapelle des Hl. Johann Nepomuk eingesetzt. Darunter in einer Krypta sind die sterblichen Überreste von Eleonora Amalie zu Schwarzenberg, geb. Lobkovicz, der Gattin von Adam Franz zu Schwarzenberg, untergebracht.

  7. 1745. Schwarzer Marmor. Höhe 128 cm, Breite 111 cm.

    Auf der ganzen Fläche der Steinplatte befindet sich eine Aufschrift in 9 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 6 - 9,5 cm :

    CORDA. HIC. CONDITA./ ADAMI. ET ELEONORAE. CONJ./ PRINCIPVM. DE. SCHWARZENBERG./ CRVMLOVI. DVCVM./ IOSEPHVS./PARENTIBVS. OPTIMIS./ PIETATIS. FILIALIS./ M.P./ A. MDCCXLV

    Die Steinplatte ist in die Mauer der Kapelle des Hl. Johann Nepomuk eingesetzt. Dahinter ist eine Nische, in der, in Spezialgefässen, die Herzen einiger Schwarzenberger untergebracht sind. Die ersten von ihnen waren die auf der Platte genannten Eleonora Amalie (starb 1741) und ihr Gatte Adam Franz (starb 1732).

Kirche St. Veit - die Außenmauern

     Kirche St. Veit in Èeský Krumlov, Grabstein des Steinmetzen Michal Rubik und seiner Familie
  1. Anfang des 16. Jahrhunderts. Roter Marmor. Höhe 163 cm, Breite 80 cm.

    In der unteren Hälfte der Steinplatte befindet sich ein eingehauenes, 56 cm hohes und 54 cm breites Vierblatt, darin liegen vier Schilde, die mit unbekannten Steinmetzzeichen versehen sind. Das größte dieser Zeichen ist mit MR signiert, was uns vermuten läßt, daß es sich um das Zeichen Michal Rubiks handelt, der daher der Schöpfer des Grabsteines sein könnte. In der oberen Hälfte der Platte ist eine Aufschrift in 7 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 6 cm: HIE. LIGEN. DY. ERBER. MO/ NEN. MICHEL. RVBIK STA/ YNMECZ. MARGARETHA/ VND KATHERINA. SYMON/ CRISTOF. GIRZIK. DEN/ GOT. GENADT. IEN. ALLEN/ ANNO. DNI. M CCCCC. XVIII.

    Der Grabstein ist in der Nische links vom Kircheneingang angebracht. Es ist sehr wahrscheinlich, daß er aus dem alten, 1585 aufgehobenen Kirchhof stammt. Nach der Entfernung von der Originalstelle war sein Geschick unbekannt, und er erscheint erst in einem Bericht vom Jahre 1892, der auf seinen künstlerisch historischen Wert aufmerksam macht. Danach wurde er vielleich an der Westmauer der Kirche angebracht, wo er auf keinerlei Weise geschützt unter den Witterungseinflüssen ziemlich litt. Im Jahre 1934 hat das damalige Denkmalpflegeamt dafür gesorgt, daß er an der Stelle angebracht wurde, wo er bis heute zu sehen ist.

  2. Mitte des 16. Jahrhunderts. Roter Marmor. Höhe 203 cm, Breite 99 cm.

    In der unteren Hälfte befindet sich ein 76 hohes und 92 cm breites Ovalschild, darauf ist ein beträchtlich beschädigtes mit einem Einhorn versehenes Wappen. In der oberen Hälfte der Platte steht eine Aufschrift in 7 Zeilen: Minuskel, die Höhe der großen Buchstaben 8 cm, die der kleinen 6 cm: Egregiuus vir dns. Joannes/ Streiller generosoru dominoru/ Rossenbergensiu in negoty ger-/ manicis secretarius et questor/ obyt 23 augusty Anno salutis/ humane 1549 cui´ qia requiescat/ in dno

    Der Grabstein ist in einer Nische rechts vom Kircheneingang angebracht. Es ist sehr wahrscheinlich, daß er aus dem alten, 1585 aufgehobenen, Kirchhof stammt.

  3. Anfang der 60er Jahre des 16. Jahrhunderts. Roter Marmor. Höhe 176 cm, Breite 86 cm.

    In der unteren Hälfte der Steinplatte befindet sich ein 67 cm hohes und 76 breites Ovalschild, darauf steht ein beträchtlich beschädigtes und mit einem springenden Hirsch geschmücktes Wappen. In der oberen Hälfte der Steinplatte steht eine Aufschrift in 8 Zeilen: Minuskel, große Buchstaben 9 cm, kleine 5 cm: Anno. 1560. Im Smbs:/tags vor gots Auffarts tag./ Starb der Edl und Vest Geörg /Strahotinsky von Strahotin/ des Wolgebornen herrn herrn/ von Rosnberg seiner gnaden ge:/ wesner Camerer Dem got der/ herr genedig sein welle.

    Der Grabstein ist in einer Nische rechts vom Kircheneingang untergebracht. Es ist sehr wahrscheinlich, daß er aus dem alten, 1585 aufgehobenen, Kirchhof stammt.

    Jiøí Strachotínský, der Rosenbergische Kammerschreiber starb am 18. Mai 1560 in Èeský Krumlov.

     Kirche St. Veit in Èeský Krumlov, Grabstein der Apolonie Lautová und ihrer  Tochter Elisabeth

  4. Ca. 1600. Granit. Höhe 162 cm, Breite 99 cm.

    Einen wesentlichen Teil der Steinplatte deckte ein 107 cm hohes und 85 cm breites Wappen, das dermaßen beschädigt ist, daß es weder beschrieben noch bestimmt werden kann. Längs der Außenränder steht eine Aufschrift in 11 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 4 cm. Die dritte Zeile der Aufschrift ist dermaßen beschädigt, daß sie unlesbar ist. Der Text in eckigen Klammern wurde Mareš´s Handschrift entnommen: IM. IAR. NACH. DER. GEBVRT. CHRISTI./IESV. M.D.XCIX. DEN. VII. TAG. MAI. IST. IN. GOTT./ [DEM HEILAND CHRISTIKLICH]/ ENTSCHLAFFEN. VND. RVHET. ALHIE. +/+ DIE EHRENREICHE. VND./ TVGENTHA. FFTE. FRAW/ APOLONIA. LAWTTIN. SAMBT./ IHRER TOCHTER. ELISABETH/ DENEN. GOTT. EINE. FROLICHE/ AVFFERSTEHVNG. VERLEYHEN/ WOLLE. AMEN

    Der Grabstein ist in einer Nische rechts vom Kircheneingang angebracht. Wenn wir bedenken, daß im Jahre des Todes von Apolena Lautová der Friedhof bei der Kirche St. Veit bereits aufgehoben war (1585), ist es möglich, daß er aus dem Friedhof St. Martin stammt.

  5. 1609. Granit. Höhe 185 cm, Breite 80 cm.

    In der oberen Hälfte der Steinplatte befindet sich ein 107 cm hohes und 59 breites Oval, darauf ein mit einer stilisierten Blume geschmückter und mit einem Kreuz abgeschlossener Schild. Darüber steht die Jahreszahl 1609. In der unteren Hälfte der Platte ist eine Aufschrift in 8 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 5 cm. Die letzten 2 Zeilen der Aufschrift sind beschädigt, der Text in eckigen Klammern wurde Mareš´s Handschrift entnommen: ALHIE LIGT BEGRABEN/ DIE EHRENTVGENTSAMBE/ FRAW VERENA NINDERTHAI/ MIN SAMBT IHREN DREVEN/ HAWSWIRTEN DEREN SEE/ LEN GOT GENEDIG VND BA/ RMHERCZ[IG SEYE A]MEN [GE]STORBEN [DEN DECEMBER]

    Der Grabstein ist in die Kirchenmauer über dem Fluß Vltava (Moldau) eingesetzt. Dieser Stein wurde im Jahre 1903 in der Erde vor dem Südportal der Kirche St. Vít entdeckt. Er wurde damals gehoben, gereinigt und nach Mareš´s Notizen zum Verzeichnis der Denkmäler von Èeský Krumlov in der kleinen Sakristei der obengenannten Kirche eingemauert.

Kaplanhaus - die Außenmauer

     Horní Nr. 159, Kaplanhaus, Grabstein des Bäckers MatyᚠPlanckl

  1. Zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Granit. Höhe 167 cm, Breite 75 cm.

    Einen wesentlichen Teil der Steinplatte füllt eine 114 cm hohe Reliefhalbgestalt eines bärtigen Mannes aus, der in seinen Händen das Wappen der Bäckerzunft hält: das Relief ist beträchtlich abgerieben. Längs der Steinkanten, über und unter dem Relief steht eine Aufschrift: Majuskel, Buchstabenhöhe 4 cm. An drei Stellen sind die Aufschriftenteile vernichtet, die Texte in eckigen Klammern wurden Mareš´s Handschrift entnommen: ANNO DOMINI 15/ DIE OBIIT IN DNO PRVDENS ATQ PROVIDVS [VIR MATT]/ [HAIS] PLANCKL CIVIS HV/ IVS CIVITATIS CVIVS ANIMAE DEVS OMNIPOTES MISEREATVR/ ANNO DOMINI 15/ DEN TAG IST IN GOT VERSHIDEN DER ERS[AME VND]/ WEYSE HERR MATH/ ES PLANCKL BVRGER ALHIE ZV BEHMISCEN KRVM/ AW DEM GOT DE ALLMEC/ HTIG - EIN F/ ROLI - CHE/ AVFFERSTEVN/G VERLEIHEN/ WOLLE

    Der Grabstein stammt aus dem alten Friedhof bei der Kirche St. Veit, nach dessen Aufheben er irgendwo in der Erde in der Nähe der Kirche liegen blieb. Ende des 19. Jahrhunderts ließ der damalige Stadtrat den Stein heben und ihn in die Außenmauer des Kaplanhauses in der Nähe des Eingangs befestigen. Im Text der Aufschrift steht der Tag und das Jahr des Todes von Matìj Plankl nicht, nur zwei erste Ziffern der Jahreszahl, woraus sich ergibt, daß er sich den Grabstein noch zu seinen Lebzeiten fertigen ließ und daß das genaue Datum nach seinem Tod nicht mehr ergänzt wurde. Es hat sich die Nachricht erhalten, daß dieser Mann, ein Mitglied des Stadtrates, im Jahre 1570 als ein alter kranker Mensch noch lebte, er starb also irgendwann in den 70er Jahren des 16. Jahrhunderts.

  2. 70er Jahre des 16. Jahrhunderts. Granit. Höhe 175 cm, Breite 73,5 cm.

    Einen wesentlichen Teil der Steinplatte füllt ein Relief einer 138 cm hohen Frau aus, die in ihren Händen ein Buch hält: das Relief ist beträchtlich beschädigt. Längs der Steinränder steht eine Aufschrift: Majuskel, Buchstabenhöhe 4 cm, ein Teil der Aufschrift ist vernichtet, die Texte in eckigen Klammern wurden Mareš´s Handschrift entnommen: [...........NET]VR/ [............] MINI 157 [3]/ DIE [3] SEPTEBRIS OBIIT IN DOMINO HONESTA ATO CASTA/ VIRGO [A]NESCA. M/ ATTHIAE PLÄNKL HUI´ CVITAT, CONCIVI,

    Horní Nr. 159, Kaplanhaus, Grabstein des Jetøich Slatinský von Slatinka  Horní Nr. 159, Kaplanhaus, Grabstein der Tochter des Bäckers MatyᚠPlanckl - Anežka

    Der Grabstein hatte ein gemeinsames Geschick mit dem Stein Nr. 13.

  3. 90er Jahre des 16. Jahrhunderts. Granit. Höhe 173 cm, Breite 93 cm.

    In der unteren Hälfte der Steinplatte, in einem 73 cm hohen und 64 cm breiten Oval befindet sich ein Wappenrelief des Geschlechts Slatinský ze Slatinky: ein Stern über dem Halbmond. In der oberen Hälfte der Platte ist eine Aufschrift in 12 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 8 cm: LETA 1.5.9.1. TVTO/ GEST POCHOWAN VRO/ ZENEY WLADYKA PAN/ GETRZICH SLATIN:/ SKEY Z SLATINKY SLAW:/ NEHO DOMV ROZM:/ BERSKEHO SLVZIEB:/ NIK A NIEKDY HEYT/ MAN NA KRVMLOWIE/ CZIESKEM. 12. MIES/ ICE - PRAS/ YN - CE

    Der Grabstein wurde 1886 bei dem Niederreißen der gedeckten Treppe bei der Kirche St. Veit entdeckt, zusammen mit dem Grab von Jetøich Slatinský ze Slatinky. Dank dem Eingreifen der Krumauer Tschechen und der Denkmalpflege wurde er nicht vernichtet, sondern erhalten und in das äußere Mauerwerk des Kaplanhauses in der Nähe des Eingangs eingesetzt.

Kirche des Fronleichnams Christi beim ehemaligen Minoritenkloster

  1. 80er Jahre des 17. Jahrhunderts. Roter Marmor. Höhe 47 cm, Breite 35,5 cm.

    In der oberen Hälfte der Steinplatte befindet sich ein Wappen: drei Sterne über einem Rad. In der unteren Hälfte ist eine Aufschrift in 6 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 1,5 cm: HIER RVHET IN GOTT/ HERR IOANNES FRAN/ CISCVS VON CLAVSEN/ BVRG SO A. 1681 DEN 15. JVNY/ ALTER 29. IOHR ENT/ SCHLAFEN IST

    Der Grabstein ist in die Mauer neben der Kanzel eingesetzt.

Ehemaliges Minoritenkloster - Kreuzgang

  1. 60er Jahre des 16. Jahrhunderts. Granit. Höhe 163 cm, Breite 74 cm.

    In der unteren Hälfte befindet sich ein Wappen: ein auf die Spitze gestelltes gleichseitiges Dreieck. In der oberen Hälfte und rund um das Wappen ist eine Aufschrift: Majuskel, Buchstabenhöhe 7 - 8 cm: NACH. CRISTI. VN/ SERS. HERRN GEBV/ RT 1.5.6.1. IAR. A/ M.SVNABENT.N/ ACHOSTERN. IST/ DER. EDLE. ERNTV/ ESTE HENRICH ZEDLIC/ Z. VON SIBEN / EYCH IN GOT VORSCHIDEN

    Der Grabstein ist in die Mauer eingesetzt. Zuerst lag er wahrscheinlich im Pflaster des Kreuzganges.

  2. Ende des 16. Jahrhunderts. Granit. Höhe 155 cm, Breite 91 cm.

    In der unteren Hälfte der Steinplatte befinden sich zwei Wappen, auf der rechten heraldischen Seite ist das Wappen von Antonín Michal z Ebbersbachu (der den Drachen durchstechende Erzengel Michael), auf der linken heraldischen Seite dann das Wappen seiner Gattin Marie, geb. Weistaubová (eine Taube, die im Schnabel einen Ast hält). In der oberen Hälfte der Platte befindet sich eine Aufschrift in 10 Zeilen, deren Text längs aller vier Ränder des Steines anfängt: Majuskel, Buchstabenhöhe 5,5 - 6 cm: MAGISTER ANTHONIVS/MICHAEL AB EBERSPACH PLACIDE IN CHRO/ OBDORMIVIT AO ________ DIE / ______ QVEM SECVTA EST MARIA WEISTAVBIANA/ VXOR EIVS DILECTISSIMA AO ________/ DIE ________ CVM PIGNORIBVS CHR/ STOPHERO FERDINANDO GWILI/ ELMO DOROTHEA VRSVLA AC/ CATHARINA MARIA PIE EX HAC / VITA AO ______ DIE______ DISCEDES/ SVB HOC SAXO EXVVITAS RECON/ DIDIT ANIMAS VERO OMNIUM/ AETERNALITER VICTURAS/VNITAE TRIADI REMISIT

    Der Grabstein wurde am 24. 3. 1949 bei den Reparaturarbeiten im Kreuzgang des Minoritenklosters unter dem Pflaster gefunden, mit der Stirnseite nach unten gelegt. Heute ist er in die Mauer in der Nähe der Fundstelle eingesetzt.

    Die Tatsache, daß im Text die Todesdaten der genannten Personen fehlen und daß dort freie Stellen für ihr Ergänzen gelassen sind, läßt uns vermuten, daß der Stein noch vor dem Tod dieser Personen gefertigt wurde. Den einzigen Bericht über den Tod des Meisters Antonín Michal z Ebbersbachu hat uns Václav Bøezan hinterlassen: "1593 ... am 15. Mai ... Dieser ruhmreiche Magister Betrüger, ein Gefangener in dem Schloß zu Èeský Krumlov, ist verendet".

  3. Ca. 1600. Roter Marmor. Höhe 65 cm, Breite 52 cm.

    Auf der ganzen Fläche der Steinplatte ist eine Aufschrift in 7 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 3,5 - 4 cm: CONDITVS SVB/ HOC MARMORVLO/ NESTOR MARCVS/ A BAVOROWA AETA/ TIS SVAE HEBDO/ MADAR. XI. ET DIEI/ III. ANNO DNI MDC.

    Der Grabstein ist in die Mauer eingesetzt. Zuerst lag er wahrscheinlich im Pflaster des Kreuzganges.

    Es ist möglich, daß das Grabmal dem kleinen Sohn des Rosenbergischen Sekretärs Václav Marek z Bavorova gehörte.

  4. 60er Jahre des 17. Jahrhunderts. Granit. Höhe 77 cm, Breite 65 cm.

    Einen wesentlichen Teil der Steinplatte nimmt ein Wappen ein: das Schild ist geviertelt, im rechten Ober- und linken Unterfeld befindet sich ein springender Löwe, im linken Ober- und rechten Unterfeld ein wachsender Ritter mit einem gezogenen Schwert in seiner rechten Hand auf der Zinne. Unter dem Wappen steht die Jahreszahl 1664. Über dem Wappen auf der rechten heraldischen Seite sind Buchstaben zu lesen: V.W.B.P. (Höhe 4 - 5 cm).

    Der Grabstein ist in die Mauer eingesetzt. Zuerst lag er wahrscheinlich im Pflaster des Kreuzganges.

  5. 90er Jahre des 17. Jahrhunderts. Kalkstein. Höhe 79 cm, Breite 53 cm.

    Im unteren Teil der Steinplatte befindet sich ein 38 cm hoher Schild, darauf ist eine Trompete. Im oberen Teil der Steinplatte befindet sich eine Aufschrift in 10 Zeilen: Minuskel, die Höhe der großen Buchstaben ist 5 cm, die der kleinen 3 cm: Hie ligt der Edle v. Kunst/ HCristian Schmidt. furstl./ egg. Hoff. V. Feld. Tromp/ eter v. Bürger hier, welcher den/ 24. NOV. 1691 in Gott enschlafen/ wans meinem Gott wird gf/ allen, Soll mein Trompeten/ schallen mein Gott zu ehren,/ Sein lob zu mehren. Gib Gott/ behand dich mir mein End.

    Der Grabstein ist in die Mauer eingesetzt. Ursprünglich lag er wahrscheinlich im Pflaster des Kreuzganges.

    Christian Schmid war ein Trompeter am Hof von Johann Christian I. von Eggenberg.

  6. 30er Jahre des 18. Jahrhunderts. Granit. Höhe 174 cm, Breite 80 cm.

    Auf der ganzen Fläche der Steinplatte steht eine Aufschrift in 14 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 5 - 6 cm. Unter der Aufschrift ist ein Schädel mit gekreuzten Knochen. Ein Teil der Aufschrift ist dermaßen beschädigt, daß er unlesbar ist, der Text in eckigen Klammern wurde Mareš´s Handschrift entnommen: [HIER RUHET DER WOHLEDLE/ HERR] JACOB FRANZ KRCH/ [WELC] HER IN SEINEN LEBEN/ ZWEÜEN HERZOGEN ZU/ CRUMAU 54 IAHR TREU/ LICH GEDIENET. DAS WAI/ SENAPMT AUFRICHTIG/ VERWALTET UND IM 69/ IAHR SEINES ALTERS/ DEN 30. MAY 1732 IN DEN/ HERRN SEELING/ ENTSCHLAFFEN/ DES ABGELEBTEN SEELE/ IN DEIN GEBETT BEFEHLE

    Der Grabstein ist in die Mauer eingesetzt. Ursprünglich lag er wohl im Pflaster des Kreuzganges. Jakub František Krch, ein Beamter in den Diensten von Johann Christian I. von Eggenberg, Marie Ernestine von Eggenberg, Adam Franz zu Schwarzenberg und zuletzt als der Verwalter des Waisenamtes in Èeský Krumlov.

  7. 40er - 50er Jahre des 18. Jahrhunderts. Granit. Höhe 145 cm, Breite 69 cm.

    Auf der ganzen Fläche der Steinplatte steht eine Aufschrift in 15 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 4,5 - 6 cm, über der Aufschrift befindet sich ein Kreuz: HIER RUHET DER WOHL/ EDLE UND GESTRENGE/ HERR JOHANN MICHAEL/ SCHHIMID HOCH FIRST/ SCHWARZENBERGISCH/ GEWESTER WAISEN/ SCHREIBER ALHIER/ IN CRUMMAU SO/ IN 57 IAHR SEINES/ ALTERS IN DEM HERRN/ VERSCHIEDEN/ DEN 9. DECEMBER/ 1749/ GOTT GEBE IHME DIE/ EWIGE RUEHE

    Der Grabstein ist in die Mauer eingesetzt. Ursprünglich lag er wahrscheinlich im Pflaster des Kreuzganges. Jan Michal Schmid, der Waisenschreiber in Èeský Krumlov, Schwiegersohn J.F. Krchs (Grabstein Nr. 22)

  8. 50er Jahre des 18. Jahrhunderts. Granit. Höhe 145 cm, Breite 73 cm.

    Auf der ganzen Fläche der Steinplatte steht eine Aufschrift in 13 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 4 - 6 cm, über der Aufschrift befindet sich ein Kreuz: WIE DU ANJETZO BIST/ WAR ICH VORHIN AUF ERDEN/ NACH KURTZER LEBENS/ FRIST/ WIRST MEINS GLEICHE/ WERDEN/ DIE HIER LIGET/ MARIA BARBARA/ SCHMIDIN/ GEBOHRNE KRCHIN/ DEN 26. MARTII 1753/ IM 44. IAHR.

    Der Grabstein ist eine Mauer eingesetzt. Ursprünglich lag er wohl im Pflaster des Kreuzganges.

    Marie Barbora Schmidová, geb. Krchová, war die Tochter J.F. Krchs (Grabstein Nr. 22) und Gattin J.M. Schmids (Grabstein Nr. 23)

Bezirksheimatmuseum - Depositar im Kreuzgang des ehemaligen Minoritenklosters

  1. Ca. 1810. Antonín Hatl. Weißer Kalkstein. Höhe 41,5 cm, Breite 41,5 cm.

    Einen wesentlichen Teil der Platte deckt eine Gravierung einer alegorischen Trauerlandschaft. Auf der heraldischen rechten Seite der Platte steht eine Aufschrift in 18 Zeilen: Kursive, Buchstabenhöhe 1 - 1,5 cm: Sanft/ ruhen deine Gebeine/ gutte Mutter/ in der Erde kühlen Schoos./ Errungen/ hast du das Ziel zu welchen dich/ der Schöpfer in diese Welt rief./ Du warst/ Gattin, Freundin, Wohlthaterin,/ Mutter./ Diess deine Lorbern/ Dein Siegeskranz/ im rastvollen Kampfe weiblicher Tu:/ genden errungen./ Wanderer, der du die Stätte vorbei/ wallst, wenn ein leises Wehen/ deine Wangen umsaufelt/ danke der Edlen

    Längs des unteren Plattenrandes befindet sich eine Aufschrift in 4 Zeilen: Kursive, Buchstabenhöhe 1 - 1,5 cm: Hier Liegt die Frau Magdalena Diblin, burgerl. Weissbergermei:/ sterin alt 49 Jahre gestorben den 27. December 1890./ Vater und Kinder weihen ihr der unvergesslichen Mutter/ diess Dankmaal. Zuwachsnummer des Bezirksheimatmuseums in Èeský Krumlov - 1167/ 85. Die Grabplatte stammt wahrscheinlich aus dem aufgehobenen Friedhof bei St. Martin.

  2. Ca. 1816. MatyᚠSonnberger. Weißer Kalkstein, Höhe 60,5 cm, Breite 60 cm.

    Einen beträchtlichen Teil der Platte deckt eine Gravierung einer alegorischen Trauerlandschaft. Auf einem architektonischen Element auf der heraldischen linken Seite steht eine Aufschrift in 6 Zeilen: Kursive, Buchstabenhöhe 0,5 - 1 cm: Hier ruhet der Herr Anton/ Wurzinger gewesener/ Stadtbraumeister/ gestorben den 8ten De/ cemb. 815 im 70ten Jahre/ seines Alters

    Auf einem anderen architektonischen Element auf der heraldischen rechten Seite ist eine Aufschrift in 10 Zeilen: Kursive, Buchstabenhöhe 0,5 - 1 cm, die Aufschrift ist teilweise beschädigt - unlesbar: Sanft ruhet hier Clara Wurzinger/ [........]/ am 19ten Lebensjahr/ und wird/ von allen die sie kanten/ betrauert/ des kindlichen/ Gehorsams

    Entlang dem unteren Plattenrand steht eine Aufschrift in 8 Zeilen: Kursive, Buchstabenhöhe 1 - 2 cm: Dem dunklen Schoos der heilgen Erde/ Vertraut der Sämann seine saat,/ Und hofft, dass sie entkeimen werde/ Zum Seegen nach des Himmels Rath:/ Noch köstlicheren Saamen bergen/ Wir traurend in der Erde Schoos,/ Und hoffen, dass er aus den Sargen Erblühen zum schönern Loos./ Schiller

    Zuwachsnummer des Bezirksheimatmuseums in Èeský Krumlov - 105/57. Die Grabplatte stammt wohl aus dem aufgehobenen Friedhof bei St. Martin.

     Grabstein des Josef Schreiner von Roseneck im Hof des Bezirksheimatmuseums in Èeský Krumlov

  3. Ca. 1820. MatyᚠSonnberger. Weißer Kalkstein. Höhe 81 cm, Breite 48 cm.

    Einen beträchtlichen Teil deckt eine Gravierung einer alegorischen Trauerlandschaft mit einer weiblichen Gestalt. Auf der linken heraldischen Seite der Platte steht eine Aufschrift in 14 Zeilen: Kursive, Buchstabenhöhe 2 cm: Hier ruhet Josef Stumfoll/ bürgl. Stadtmüllermeister zu/ Krumau, gestor: am 14ten jahre seines Alters/ wenn einst in meinem Grabe/ aus dieser finstern Nacht/ Ich durchgeschlumert habe/ Erwekt mich Jesu Macht/ heil euch ich dürf nicht beben/ Beym Anblick meiner Gruft./ Wir werden wieder leben/ Wenn uns einst Jesu ruft/ Gattin, Kinder, und/ Freunde segen dank:/ voll seine Asche!

    Zuwachsnummer des Bezirksheimatmuseums in Èeský Krumlov - 103/57. Die Grabplatte stammt wahrscheinlich aus dem aufgehobenen Friedhof bei St. Martin.

Bezirksheimatmuseum - die Schutzmauer neben dem Gebäude

  1. 30er Jahre des 17. Jahrhunderts. Kalkstein. Höhe 101 cm, Breite 80 cm.

    Im Mitteteil der Steinplatte befindet sich ein 37 hohes sowie breites Schild mit dem folgenden Wappen: ein auf drei Hügeln nach links wandelnder Bär, der in seinen Pratzen drei Blumen hält. In der heraldischen rechten oberen Ecke befindet sich ein Relief: eine beflügelte Kugel, ein Herz im Kranz, Amor mit verbundenen Augen. Entlang dem oberen Rand der Platte steht eine Aufschrift in zwei Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 2 - 3 cm: MEIN GUETH UND HAB/ IST GOTTES GAB :

    Im Mittelteil der Platte auf einem Band ist eine Aufschrift in drei Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 2 - 3 cm, nach den Seiten des Bandes steht die Jahreszahl 1630: ZWAR GLIKH HADT NEYT/ WAS MICH ER FREITH/ VERDRIEST DIE LEITH

    Entlang den unteren Rand der Platte steht eine Aufschrift in 4 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 2 cm: RÖM: KAYSS´: HOFFDIENER VND GRAFF´:/ BUOQVOISHEN HERRSCHAFFETEN ROSENBERG. / GRATZEN. VND. LIBIGITZ´ OBERHAVBTMAN / JOSEPH SCHREINER VON ROSENEGG AVFF BERLESDORFF

    Der Grabstein stammt aus Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg ob der Moldau). Josef Schreiner von Roseneck, ursprünglich ein Rentmeister in der Herrschaft Rožmberk, war in den Jahren 1626 - 1630 Oberhauptmann über allen Buquoyischen Guten in Böhmen.

  2. 40er Jahre des 18. Jahrhunderts. Granit. Höhe 142 cm, Breite 68 cm.

    Auf der ganzen Fläche der Steinplatte befindet sich eine Aufschrift in 14 Zeilen: Majuskel, Buchstabenhöhe 4 - 6 cm. Ein Teil des Textes ist dermaßen beschädigt, daß er nicht mehr lesbar ist, der Text in eckigen Klammern wurde Mareš´s Handschrift entnommen: ALH[IER R]UHET [DIE] WOHL EDLE UN[D TU]GENDREICHE F[RAU]/ DOROTHEA SCH[ULIST]/ TIN GEWESTE [FURST]/ SCHWARZEN[BERG]/ RENTSCHREIBE[R]/ IN CRUMAU [WELCH]/ A. 1742 DEN [19...] TV IN GOTT SEELI[G]/ ENTSCHLAFFEN D/ ES ALTER 42 IAHR/ GOTT VERLEUHE [IHR/ DIE EWIGE RUHE

    Der Grabstein stammt aus dem Kreuzgang des Minoritenklosters und in die Mauer wurde er erst Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts eingesetzt.

    Dorota Schulistová war Gattin des Rentschreibers in Èeský Krumlov, des späteren Burggrafen dortselbst, MatyᚠAntonín Schulista.

     Grabstein des Schuldirektors Johann Michael Wanke im Hof des Bezirksheimatmuseums in Èeský Krumlov

  3. Ca. 1816. Sandstein. Höhe 78 cm, Breite 54 cm.

    Einen beträchtlichen Teil der Steinplatte füllt ein 56 cm hohes und 54 breites Relief aus. Es stellt eine sitzende, von vier Jungen umgebene Priestergestalt dar. Im unteren Teil der Platte befindet sich eine Aufschrift in 5 Zeilen: Kursive, Buchstabenhöhe 1,5 - 2,5 cm, die letzte Zeile ist unlesbar, ihr Text wurde Mareš´s Handschrift entnommen: Hier ruhet der Kinderfreund/ herr Joh. Michael Wanke/ Weltpriester und Schuldirektor zu Krumau/ gestorben am 19. April 1816/ [im 61. Jahre seines ruhmvollen Lebens]. Der Grabstein stammt aus dem aufgehobenen Friedhof bei St. Martin.

    Neben diesen Grabsteinen existierten, oder noch existieren, in Èeský Krumlov noch weitere zehn, die Mareš´s Handschrift des Verzeichnisses der Denkmäler von Èeský Krumlov erwähnt und die noch nicht gefunden worden sind.

(ak)

 



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